Erkelenz: Ein halbes Jahrhundert aktiv für Kinder

Erkelenz: Ein halbes Jahrhundert aktiv für Kinder

Ingrid Voets hat die 50 Jahre fast vollgemacht: Am 1. August 1969 fing sie mit ihrer Arbeit im katholischen Kindergarten St. Lambertus an und blieb - bis jetzt, denn nun wurde sie in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Am 1. August 1969 dachte sie wohl noch längst nicht daran, dass sie so etwas wie Geschichte schreiben würde. Fast 49 Jahre ist es nun her, als Ingrid Voets den damals noch jungen, 1966 eröffneten katholischen Kindergarten St. Lambertus an der Brückstraße betrat - vom 1. April an wird sie ihren Ruhestand genießen dürfen. Nun wurde sie inmitten "ihrer" Kinder feierlich verabschiedet.

"Ich erinnere mich noch sehr genau, als der damalige Erkelenzer Pastor Hans-Walter Bosch zu uns nach Hause kam und mir eine Stelle im Kindergarten St. Lambertus anbot", weiß die 63-Jährige noch sehr gut. Sie nahm an und absolvierte in den folgenden Jahren eine Ausbildung zur Kindergartengehilfin. Fortan bestimmte der Alltag mit vielen Kindern ihr berufliches Leben. "Wissen Sie, früher, da haben die Kinder im Kindergarten in der Hauptsache miteinander gespielt. Zum Beispiel haben sie draußen im Sandkasten Sandburgen gebaut. Die Kinder haben sich über das gemeinsame Spiel entwickelt. Sie waren schon älter, wenn sie zu uns in die Einrichtung kamen. Kinder kamen ja damals mit etwa vier Jahren in den Kindergarten. Heute sind die Kinder sehr viel jünger. Damals waren die Mütter zu 80 Prozent nicht berufstätig, heute ist das genau anders herum. Und ich habe Verständnis dafür, dass die Mütter früh zurück in den Job gehen."

Sie hat die Entwicklung genau mitbekommen, hat gesehen, wie sehr sich auch ihre Arbeit gewandelt hat. "Wir dokumentieren heute sehr viel. Wir bieten heutzutage Elternsprechtage an, die es damals noch nicht gab. Diese Sprechtage nutzen wir, um über Dinge zu reden, die man in der Bring- und Holphase nicht zwischen Tür und Angel besprechen kann, weil dafür einfach keine Zeit ist." Über all' die Jahre, die die Kinder im Kindergarten sind, sind Dokumentationen verfasst, "damit die Eltern, zu denen wir ein gutes Verhältnis pflegen, erfahren, was die Kinder in ihrer Kindergartenzeit alles gemacht und erlebt haben", erzählt Ingrid Voets. Im Lauf der vielen Jahre hat sie sich zusätzlich qualifizieren müssen, denn irgendwann wurden die Kinder immer jünger, wenn für sie der erste Kindergartentag anstand. "Bei uns sind die jüngsten Kinder etwa zwei Jahre alt. In vielen Einrichtungen sind sie noch jünger. Darum habe ich mich zur Fachkraft für unter dreijährige Kinder weiterbilden lassen."

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Wenn Ingrid Voets von den Kindern spricht, dann tut sie das mit einer großen Begeisterung. "Der Kindergarten und damit eben die Kinder und Kollegen waren mein zweites Zuhause. Ich habe mich immer gefreut, wenn frühere Kinder ihre eigenen Kinder zu uns brachten. Wenn dann nach mir gefragt wurde, war das für mich ganz besonders."

Für ihre Zukunft hat sie bescheidene Wünsche. Sie möchte mehr Zeit für Familie und Freunde haben und sich mit ihrem Garten beschäftigen. Dennoch denkt sie an den Kindergarten: "Ich wünsche mir für Einrichtungen mehr Personal, mehr für die U3-Kinder, große Räume, kleine Gruppen - das wäre optimal." Die Kinder gaben ihr unterdessen mit auf den Weg: "Frau Voets, jetzt machst Du erstmal zwei Wochen Urlaub und dann kommst Du wieder."

(RP)
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