Erkelenz: Viel Beifall für Beethoven

Erkelenz: Viel Beifall für Beethoven

Mit einem Beethoven-Programm gastierte die Junge Philharmonie Ukraine unter Georg Mais in Erkelenz. Das Publikum war von dem Meisterkonzert begeistert.

Üblicherweise fällt der Paukist in einem Sinfonieorchester weniger auf - beim Meisterkonzert der Kreisvolkshochschule in der Erkelenzer Stadthalle war das etwas anders, als bei Beethovens 1. Sinfonie der Einzelkämpfer im musikalischen Ensemble an den Kesselpauken seine Schlägel verlor. Das Orchester spielte souverän darüber hinweg, doch konnten sich seine Kollegen nur schwer ein Schmunzeln verkneifen, während er die Schlägel aufklaubte, und vom Dirigenten gab es beim Abschlussapplaus einen herzlichen Extradank. Das unerwartete Zwischenspiel störte weder die Konzentration des Orchesters noch den Hörgenuss des Publikums, das mit langanhaltendem Beifall und erst nach einer erzwungenen Zugabe zufrieden nach Hause ging.

Die VHS hatte bei ihrem fünften Meisterkonzert der Saison alles richtig gemacht: Das Programm, ausschließlich mit Werken von Ludwig van Beethoven bestückt, versprach gute Unterhaltung und attraktive Musik. Die Junge Philharmonie Ukraine absolvierte souverän ihren Part. Dirigent Georg Mais, der schon seit langem das Orchester leitet, führte es mit großer körperlicher Dynamik durch die Werke. Pianist Johannes Nies begeisterte beim Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur opus 15 im harmonischen Zusammenspiel mit dem Orchester. Die Übergänge zwischen Solist und Orchester waren flüssig, der zunächst hart anmutende Klang des Bösendorfer-Flügels wurde im Verlauf gefälliger. Nies, der als einer der herausragenden jungen Pianisten bezeichnet wird, faszinierte mit seinem flüssigen Spiel. Bravo-Rufe und stürmischer Beifall waren der verdiente Lohn. Mit der Ouvertüre zu "Die Geschöpfe des Prometheus" hatte das Sinfonieorchester das Konzert eröffnet. Nicht ohne Grund hatte Ingo Rümke, der VHS-Fachbereichsleiter für Musik, dieses Stück für den Beginn ausgewählt, hat es doch nicht nur in der Tonlage C-Dur, sondern besonders in seinem Hauptthema Parallelitäten zur ersten Sinfonie, die nach der Pause zur Aufführung gelangte. Diese Sinfonie, die in ihrer Entstehungszeit um 1800 zu den populärsten Werken Beethovens gehörte, geriet ein wenig in Vergessenheit in Anbetracht der fünften und der neunten Sinfonie. Mais und das Orchester lieferten eine Interpretation, die trotz der bisweilen stakkatohaften Tonfolgen zum Träumen und genießerischen Zuhören verleitete. Ebenso wie bei der Ouvertüre zum Auftakt war Beethovens Stil unverkennbar.

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In gewisser Weise bot dieses Konzert die richtige Musik zum Frühlingsauftakt. Eingängig und angenehm auf der einen Seite, zum anderen dennoch anspruchsvoll und von kompositorischer Vielfalt. Für das Publikum war es jedenfalls klar: Ohne Zugabe ließ es die Musiker nicht von der Bühne. Doch wer geglaubt hatte, Georg Mais würde dabei weiter auf Beethoven setzen, sah sich getäuscht. Der Dirigent präsentierte einen weiteren großen deutschen Komponisten, an dem sich Beethoven hatte messen lassen müssen. Von Wolfgang Amadeus Mozart spielte das Orchester die Ouvertüre der Oper "Cosi fan tutte". Ebenfalls heiter beschwingt - aber anders.

Der Schwenk von Beethoven zu Mozart war für das Orchester kein Problem, und dem Publikum gefiel er, wie der lange, stürmische Applaus zeigte.

(kule)