Rees: Teil-Abriss der Grundschule geplant

Rees : Teil-Abriss der Grundschule geplant

Die Politik will sich mit neuem Konzept für die alte Grundschule an der Sahler Straße beschäftigen. Der Denkmalschutz hat einem teilweisen Abriss zugestimmt. Die Turnhalle weist nach Angaben der Stadt statische Probleme auf.

Teile der ehemaligen Grundschule, insbesondere die Sporthalle, sollen langfristig abgerissen werden. Das kündigte Bürgermeister Christoph Gerwers in der jüngsten Ratssitzung an. Vorausgegangen war die Anfrage dreier Bürgerinnen, was die Stadt Rees mit dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex plane. "Wir können nur die Fragen beantworten, die auch öffentlich beantwortet werden dürfen", sagte Gerwers. Mit einem Konzept für die alte Grundschule werden wir uns in einer der nächsten Sitzungen im Rat beschäftigen. Das geht vorher auch durch die Fachausschüsse."

Derzeit wollte der Bürgermeister nur "verraten, dass wir mit dem Denkmalschutz eine Verabredung getroffen haben, Teile der alten Grundschule abreißen zu dürfen. Wir müssen aber auch Teile erhalten, damit der Denkmalschutz zufriedengestellt ist. Was mit dem übrigen Gelände passiert, werden wir im Rat diskutieren."

Bauamtsleiterin Elke Strede führte aus, warum die Sporthalle auf jeden Fall weichen soll: "Sie weist statische Probleme auf, bedingt durch den lockeren Untergrund, was sich in erheblichen Rissbildungen zeigt, die sich von den Fundamenten über die Fassade bis ins Dach hinein fortsetzen." Die Stadt habe nur eine befristete "Sondergenehmigung" für die weitere Nutzung der Sporthalle, bis eine moderne Alternative zur Verfügung steht. "Wir werden uns jetzt mit aller Kraft daran setzen, die Planung für eine neue Einfeldturnhalle am Schulzentrum voranzutreiben, um die alte Halle außer Betrieb nehmen zu können", sagte Strede.

Im Sommer 2015 zog die Gemeinschaftsgrundschule der Stadt Rees in die Räume der ehemaligen Anne-Frank-Schule. Diese Lösung war rund 1,5 Millionen Euro günstiger als die Renovierung der alten Grundschule. Mit Ausnahme der Sporthalle wird der Gebäudekomplex, der seit dem Jahr 2000 unter Denkmalschutz steht, nicht mehr genutzt. Bürgermeister Christoph Gerwers hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, welche Folgenutzung er sich wünscht. "Ich würde den ganzen Rummel am liebsten abreißen und dort ein Neubaugebiet schaffen", sagte er im November 2016 auf dem Podium einer Veranstaltung im Kolpinghaus.

Einzelne Bürger setzen sich allerdings für die Renovierung und eine Folgenutzung der gesamten Grundschule ein, die als eines der wenigen öffentlichen Gebäude in Rees den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Auch die Stadt Rees legte im November 2000 große Stücke auf den damals noch genutzten Schulkomplex, als der Kulturausschuss dessen Eintragung in die Denkmalliste beantragte.

Vor 18 Jahren wurde schriftlich festgehalten: "In seinem Erscheinungsbild sowie auch im Innern bis in die Details hin original erhalten, ist der Schulkomplex ein anschauliches Beispiel der Architektur seiner Entstehungszeit. Die Stilrichtung des traditionellen Bauens findet hier in der Bauaufgabe Grundschule mit seinen hohen, steilen Walmdächern besonders gut Ausdruck und wurde bis in die 1960er Jahre streng beibehalten." Daher sei die Grundschule "erhaltenswert aus wissenschaftlichen, besonders architektur-, orts- und schulgeschichtlichen sowie städtebaulichen Gründen."

14 Jahre später hieß es dagegen in einer Vorlage für den Bauausschuss: "Falls keine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung möglich ist, könnte am Ende auch der Abriss des gesamten Komplexes in Abstimmung mit dem Denkmalschutz in Frage kommen." An dieser Lösung arbeitet die Stadt derzeit.

(RP)
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