Unsere Woche: Nachfolger sind Mangelware

Unsere Woche : Nachfolger sind Mangelware

Mit ihrer Veranstaltungsreihe zum Thema " "Gründerland Kreis Kleve" hat die Kreis-Wirtschaftsförderung ins Schwarze getroffen. Besonders die Frage, wie es mit einem Unternehmen weitergehen soll, wenn die Inhaber sich zurückziehen wollen, brennt vielen auf den Nägeln. Das zeigte sich deutlich beim Abend auf Schloss Moyland: Ein möglicher Gründer bekannte sich, aber ganz viele Unternehmer aus dem ganzen Kreis waren da.

Der Idealfall, die Übergabe innerhalb der eigenen Familie, von dem Alfred und Nicolas Bremer wie Ralf Kersten berichteten, wird es maximal noch in der Hälfte der Firmen geben, zeigte IHK-Geschäftsführer Stefan Dietzfelbinger auf. Und nur wenige der übrigen werden einen externen Nachfolger finden. Das wird das Aus für manches Traditionsunternehmen zur Folge haben. Dietzfelbinger verwies auf ein rein zahlenmäßiges Problem: Die derzeitigen Firmenchefs kommen aus den geburtenstarken Jahrgängen.

Es gibt also gar nicht entsprechend viele junge Menschen, die ihre Nachfolger werden könnten. Zudem müssen sie auch noch wollen. Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers machte klar, dass in Zeiten der Hochkonjunktur und der faktischen Vollbeschäftigung, wie wir sie zum Glück erleben, viel weniger Menschen das Risiko der Selbstständigkeit eingehen als in Krisenzeiten mit hoher Arbeitslosigkeit. Ein Dilemma - denn für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg brauchen wir die kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden.

So dürfte es also eine Daueraufgabe für die Wirtschaftsförderung wie für IHK und Handwerkskammern werden, für den Schritt in die Selbstständigkeit zu werben.

dirk.moewius@rheinische-post.de

(RP)