Kreis Kleve: Zehn Köpfe fürs Gründerland

Kreis Kleve: Zehn Köpfe fürs Gründerland

2018 wird das Jahr der Existenzgründer. Kreis-Wirtschaftsförderung, Sparkassen und Volksbanken legen mit Kammern, Verbänden, Wirtschaftsforum Niederrhein und Hochschule Rhein-Waal ein Programm auf.

Das Handwerk im Kreis Kleve ist gut aufgestellt - es bildet aus, es bildet weiter. "Es gibt genügend Handwerksmeister, die in der Lage sind, einen Betrieb zu gründen oder einen Betrieb, der keinen Nachfolger findet, zu übernehmen", sagt Achim Zirwes, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Sie müssten es nur machen. "Tatsächlich scheuen viele, die es könnten, den Schritt in die Selbstständigkeit", sagt Helmut Tönnissen. Tönnissen vermutet dahinter die Sorge um die Work-Life-Balance, den richtigen Ausgleich zwischen Beruf und Familie und Freizeit, so der Geschäftsführer des Wirtschaftsforum Niederrhein.

Denn Angst um eine Finanzierung oder die Verpfändung von "Omas Häuschen" müssen Existenzgründer nicht haben, sagen Ulrich Lippe, Handwerkskammer Düsseldorf, und Holger Schnapka, Niederrheinische Industrie und Handelskammer Duisburg-Kleve-Wesel. Wenn die Idee für den Betrieb oder das Gewerbe fundiert ist und ein vernünftiger Businessplan vorliegt, stehe einer grundsoliden Gründung nichts im Wege. "Es stimmt auch nicht, dass die Banken sich da mit Krediten schwer tun - die Banken vor Ort sind gut aufgestellt und haben spezielle Berater", fügt Lippe. Zudem beraten die Kammern, wissen, wo und wie Zuschüsse zu erwarten sind, sagt Zirwes. Und mit der Work-Life-Balance ließe sich das alles auch vereinbaren. Dieses Wissen um Existenzgründungen - ob als Neustart oder als Übernahme eines bestehenden Betriebes - möchte Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Joseph Kuypers jetzt an Handwerksmeister, Ingenieure oder künftige Gastronomen herantragen: Er möchte die ganze Bandbreite von möglichen Gründern abdecken - von der Kneipe bis zum Ingenieurbüro. Er möchte ihnen die Sorgen nehmen und aufzeigen, wie man's macht. "Der Kreis Kleve soll ,Gründerland' werden, in dem Ideen ihr Zuhause finden", sagt Kuypers. Dafür hat der Wirtschaftsförderer alle an Bord geholt: die Handwerkskammer, die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft, den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und die Hochschule Rhein-Waal (HSRW).

Gerhard Heusipp, Zentrum für Forschung, Innovation und Transfer der HSRW, begrüßt das Vorhaben. Die HSRW wolle den Gründergedanken in den Köpfen künftiger Ingenieure verankern und perspektivisch dazu beitragen, dass die Zahl der Existenzgründungen im Kreis Kleve steige. Nachdem sich Lehre und Forschung etabliert haben, werden Ausgründungen aus dem universitären Bereich hinzukommen.

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Kuypers hat für das laufende Jahr 17 Veranstaltungen an allen Orten des Kreises Kleve organisiert. Es gibt Vorträge und Round-Table-Gespräche, an denen sich künftige Chefs und alteingesessene Betriebsleiter austauschen können. Es gibt eine Podiumsrunde "Gründergeist wecken - Potentiale bewegen" auf dem Schiff "Germania" in Emmerich und schließlich ein dreiteiliges Seminar in Rees, Geldern und Kleve, das die diversen Facetten einer Existenzgründung beleuchtet und über die Tücken aufklärt. Außerdem wird ein mit 5000 Euro dotierter Gründerpreis ausgelobt, auf den sich Existenzgründer aus den vergangenen zwei Jahren bewerben können. Den Auftakt macht am 16. April in Goch bei Mercedes Daniels eine Gesprächsrunde, am 15. Mai wird in Schloss Moyland der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Stefan Dietzfelbinger erwartet.

"Wir wollen den Gründer- und Unternehmergeist wecken, denn die Rahmenbedingungen sind selten so gut wie jetzt", sagt Kuypers.

(mgr)