Große Ausbeute bei Millinger Müllsammelaktion

Müll sammeln für sauberes Dorf : Große Ausbeute beim Millinger Putztag

Zwölf Säcke voller Müll sammelten die freiwilligen Helfer rund um Ortsvorsteher Hans-Jürgen Klug am Samstag ein. Auch ein Autositz für Kinder war unter den Fundstücken.

Die Ausbeute war leider recht groß. Ein Autositz, diverse leere Schnaps-Flaschen und zwölf Abfallsäcke voller Müll und Unrat sammelten die fleißigen Helfer, die sich am Samstagmorgen an der Aufräumaktion im Ortsteil Millingen beteiligten. Der Ortsvorsteher Hans-Jürgen Klug hatte in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Millingen-Empel verschiedene Vereine angeschrieben. Insgesamt kamen 34 Bürger. Die jüngste Helferin gerademal acht Jahre alt. „Während wir im letzten Jahr nur mit einer kleinen Gruppe unterwegs waren, ist die Beteiligung diesmal wirklich gut. Fast aus jedem Verein sind Vertreter dabei“, freute sich der Ortsvorsteher. Auch das trockene Wetter sorgte dafür, dass mehr Dorfbewohner kamen.

Besonders viele Mitglieder der Jugend-Feuerwehr machten mit. Max Heimann etwa beteiligte sich bereits zum sechsten Mal an der Aufräumaktion. „Das ist schon schlimm, wie viel Müll hier rumliegt“, meinte der 16-Jährige. Für seinen 14-jährigen Bruder Tom waren „die Gemeinschaft und die Umwelt“ Motivation teilzunehmen. Der 16-jährige Lars Bendfeld wäre zwar gerne noch etwas länger im Bett liegen geblieben, machte aber trotzdem gerne mit. „In der Gemeinschaft machen solche Aktionen Spaß“, sagte Lukas Schwarz (11).

Bereits seit Jahrzehnten steht dieser Aufräumtermin auf dem Jahreskalender des Heimatvereins. „Ich selber bin hier 20 Jahre aktiv und da gab es das schon“, sagte die Vorsitzende Monika Michelbrink-Roth. Im Frühling, immer vor Ostern, werde das Dorf gesäubert. Im letzten Jahr wurde ein großer Spiegel gefunden und ein altes Fahrrad. „Wir haben die Bahnstrecke mitten im Ort, da liegt immer viel Abfall“, erzählte Michelbrink-Roth, die für einen kleinen Snack in Form von Würstchen mit Brötchen und Getränke als Belohnung nach der Arbeit sorgte. Dieser Imbiss wurde im Heimathaus eingenommen. Vom Bauhof bekamen sie die Ausstattung: Handschuhe, Müllbeutel und Zangen. Der Müll wurde am Heimathaus gesammelt und anschließend von Mitarbeitern des Bauhofes abgeholt.

Jedes Jahr dabei waren bisher Richard Möllenbeck und Sohn Dominik. „Die Müllmenge ist gleichbleibend. Wir haben schon Autoreifen und halbe Waschmaschinen gefunden“, erzählte der Vater. Ausgerüstet mit einem Bollerwagen, damit sie die Müllbeutel nicht so weit schleppen brauchten, machte Josef Tielkes mit seinen vier Enkeln mit. Der neunjährige Joshua musste zuerst Fußball spielen, kam aber nach. Lucina war mit acht Jahren die jüngste Teilnehmerin. „Blöd, dass es solche Aktionen geben muss. Wenn die Leute nichts wegschmeißen würden, wäre alles sauber“, sagte sie. Ihre zehnjährige Schwester Emilia hielt es für wichtig, regelmäßig aufzuräumen. „Sonst gibt es viel mehr Müll auf der Erde.“ Und auch Bruder Jonas fände es besser, wenn jeder seinen Müll beispielsweise auf Radtouren mitnehmen würde. „Wir haben so ein schönes Dorf, das soll auch sauber bleiben“, meinte der Zwölfjährige.

Die Helfer wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt, einige sammelten Müll in Richtung Friedhof, andere liefen zum Schützenplatz und zur Kirche, wieder andere suchten Unrat an der Bahntrasse. Rund zweieinhalb Stunden sammelten die fleißigen Helfer auf, was andere weggeworfen hatten, was manchmal sehr unappetitlich war. „Wir fanden viele geleerte Flaschen mit Hochprozentigem und mehrere gebrauchte Babywindeln. Da fragt man sich doch, was die Leute sich dabei denken, wenn sie so etwas einfach in die Gegend werfen“, sagte Hans-Jürgen Klug.