Rheinbrücke Emmerich: Bald beginnt Austausch der Hängerseile

Großbaustelle an der Rheinbrücke : Jetzt sind bald die Seile an der Reihe

Trotz des schlechten Wetters in den letzten Wochen sind die Sanierungsarbeiten an der Rheinbrücke nur geringfügig in Verzug. Voraussichtlich noch in dieser Woche werden die Hängerseile geliefert und dann nach und nach ausgetauscht.

Das Wetter, das von Karneval bis Anfang letzter Woche vorherrschte, war für Bauarbeiten nicht gerade ideal. Vor allem nicht, wenn es sich um Arbeiten handelt, die in großer Höhe durchgeführt werden müssen. Und dennoch ist die Sanierung der Emmericher Rheinbrücke davon nur wenig beeinträchtigt worden. „Wir sind nur geringfügig in Verzug und liegen eigentlich noch recht gut im Zeitplan“, sagt Stephan Huth, der für das Projekt zuständige Mann beim Landesbetrieb Straßen NRW.

Während die vorbereitenden Arbeiten wie die Einrüstung der Brücke gut erkennbar sind, wird auch an anderer Stelle kräftig gearbeitet, was sich ohne weiteres nicht von außen erkennen lässt: Im Inneren der Brücke erfolgt derzeit schon die Betoninstandsetzung.

„Wäre es nicht so windig gewesen, wären wir auch schon an den Pylonen etwas weiter“, sagt Diplom-Ingenieur Huth, der für die nächsten vier Jahre die Arbeiten an der Brücke koordiniert, für die der Bund insgesamt 28 Millionen Euro ausgibt.

Als nächstes steht der schrittweise Austausch der 200 Hängerseile an. Sie sind zwischen vier und 60 Meter lang und werden gerade, noch gelagert in der Schweiz, auf Maß zugeschnitten. Voraussichtlich in dieser Woche sollen sie angeliefert werden.

Meist arbeiten 20 bis 25 Leute auf der Brücke. Wenn der Austausch der Seile erfolgt, werden es bis zu 40 sein. Die Arbeiten müssen an dieser sensiblen Stelle nach strengen Vorgaben verlaufen, um nicht die Stabilität der Brücke zu gefährden. Wir können immer nur an zwei Seilen gleichzeitig arbeiten und das auch nur in einer vorgegebenen Reihenfolge“, so Huth. Pro Seil werden zwei bis drei Tage veranschlagt.

Gut zwei Jahre wird dieser erste Sanierungsabschnitt dauern. Die Kosten alleine für diesen Posten betragen rund 18 Millionen Euro. Parallel werden auch die Korrosionsschutzarbeiten an den Tragseilen sowie an den Pylonen durchgeführt. Da es sich bei der Rheinbrücke um ein Baudenkmal handelt, müssen auch hier genaue Vorgaben beachtet werden. Denn die Brücke soll farblich wieder so sein, wie sie ursprünglich einmal war. Die zweite Phase soll unmittelbar danach erfolgen. Dann stehen unter anderem die Erneuerung von Fahrbahn, Geh- und Radwegen und weitere Arbeiten an Leitschwellen, Geländern sowie an den Seitenfeldern an. Zusätzliche zwei Jahre wird das in Anspruch nehmen und nochmals zehn Millionen Euro kosten.

So sah die Baustelle noch vor wenigen Wochen mit der Nachtbeleuchtung aus. Das Baugerüst ist mittlerweile mächtig gewachsen. Foto: Markus van Offern (mvo)

Nach Einschätzung Huths läuft der Verkehr auf der Rheinbrücke bislang flüssig. „Ausreißer“ war ein Tag im Januar, als zu Beginn der Arbeiten nur jeweils eine Spur befahrbar war, beziehungsweise die Brücke für zwei Wochenende ganz gesperrt werden musste. Läuft alles glatt, wird das erst wieder in zwei Jahren der Fall sein, wenn die Gerüste an den Pylonen abgebaut werden.

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