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Umfrage-Ergebnisse: Altes Krankenhaus Rees soll Generationen vereinen

Umfrage-Ergebnisse vorgestellt : Altes Hospital in Rees soll Generationen vereinen

Mehr als 100 Bürger kamen zur Präsentation der Umfrage-Ergebnisse zur Gestaltung des alten Reeser Krankenhauses. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich barrierefreie Wohnungen, aber auch Angebote für Familien werden gefordert.

Seit dem Jahr 2012 steht das alte Krankenhaus leer. Unter dem Leitgedanken „Leben und Wohnen in Rees“ möchte die Stiftung Maria Johanna Hospital Rees auf dem alten Krankenhausgelände, das eine Fläche von rund 3200 Quadratmetern umfasst, ein Wohnquartiersprojekt realisieren. „Wir wollen das aber nicht irgendwie bebauen. Die inhaltliche und bauliche Gestaltung soll den Vorstellungen und Wünschen der Bürger im Ort entgegenkommen“, sagte Pfarrer Michael Eiden, Vorsitzender der Stiftung.

Deshalb wurde von Juli bis Dezember 2018 eine Sozialraumanalyse durchgeführt: 2221 Fragebögen gab das Kuratorium aus, außerdem wurden 14 Schlüsselpersonen, die in Vereinen und sozialen Institutionen tätig sind, zum Thema interviewt. Das Ergebnis stellte Hedi Overhoff, freiberufliche Projektberaterin aus Nottuln, die die Befragung entwickelte und auswertete, am Donnerstag im Bürgerhaus vor. Rund 100 Bürger folgten der Einladung.

Mit mehr als 30 Prozent Rücklauf zeige sich, dass das Interesse und die Identifikation mit dem Projekt sehr groß seien, so Overhoff. Besonders hoch war die Beteiligung der Über-50-Jährigen.

Zentraler Punkt im Fragebogen war: Welche Bedarfe sehen Sie für die Gestaltung des Krankenhauses? Hier kamen verschiedene Vorschläge. Mit großer Mehrheit halten die Befragten den Bau von barrierefreien Mietwohnungen (80 Prozent), Betreutes Wohnen für Senioren (79 Prozent), Tagespflege-Einrichtung (79 Prozent), generationsübergreifende Wohnangebote (76 Prozent), Gruppenangebote für ältere Menschen (75 Prozent) und einen generationsübergreifenden Begegnungstreff (73 Prozent) für wichtig.

Während bei den Jüngeren Wohn- und Freizeitmöglichkeiten für Familien mit Kindern im Vordergrund stehen, liegt bei den Älteren der Schwerpunkt auf Angebote für Senioren. Interessant sind auch die weiteren Vorschläge der Bürger: Therapeutisches Zentrum mit Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und Ärzten, ein „Garten der Sinne“ mit Wassertretbecken und Sportangeboten, eine Räumlichkeit für größere Feste oder „ein Ort für Alt und Jung“.

„Zum Thema Abriss oder Sanierung gab es keine einheitliche Meinung“, sagte Overhoff. Sehr realistisch sahen die meisten die hohen Kosten einer Altbausanierung. Man solle aber versuchen, den Charakter des Hauses zu erhalten, beispielsweise durch den Erhalt der Fassade, von Fußbodenmosaiken oder des alten Eingangs, weil das Gebäude für die Bürger einen hohen geschichtlichen und Erinnerungswert habe. Aber die Kosten-Nutzen-Relation müsse stimmen.

Die Befragung zeigte, dass die Reeser ihre Stadt lieben: 85 Prozent gefällt es hier, sie loben unter anderem die Rheinpromenade, den Erholungswert und das Erscheinungsbild. Negativ wurde das Fehlen von Gastronomie, die schlechte Infrastruktur wie der öffentliche Verkehr und zu wenig Angebote für die Jugend erwähnt. Einkaufsmöglichkeiten, Wohnatmosphäre, nachbarschaftliche Kontakte und Sauberkeit und Sicherheit werden von über 70 Prozent der Befragten als gut und befriedigend eingestuft.

Mehr als 50 Prozent wollen weiterhin in den Gestaltungsprozess einbezogen werden, 24 Prozent durch Mitplanen und Gestalten, 46 Prozent durch weitere Bürgerversammlungen und 86 Prozent durch regelmäßige Information über Presse, Flyer und Internet. „Durch die Befragung fühle ich, dass ich dazugehöre“, so die Meinung eines Bürgers.

Overhoff zog aus der Befragung folgendes Fazit: Die Schaffung von bedarfsgerechten, bezahlbaren, barrierefreien Wohnangeboten, der Aufbau eines Quartierstreffs und die Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur mit Angeboten für Senioren stehen im Mittelpunkt.

Pastor Eiden gab anschließend einen Ausblick auf die weiteren Schritte, wobei die Ergebnisse der Befragung, aber auch Themen wie „Wohnbedarf“ und „Armut“ mit einbezogen werden. Im Vordergrund stehen die Schaffung von bezahlbarem, barrierefreiem Wohnraum für Jung und Alt und generationsübergreifende Begegnungsangebote.

„Im April findet ein Treffen des Kuratoriums statt, in dem die Schwerpunkte erarbeitet werden. Wir werden festlegen, was welches Gewicht bekommt.“ Dann werde man Kontakt zu einem Architekten aufnehmen, Kosten und Fördermöglichkeiten ermitteln. „Mit einer belastbaren Zahlenaufstellung können wir dann auf die Suche nach Investoren und Betreibern gehen. Zum Ende des Jahres, so hoffe ich, liegt ein erstes Konzept vor, bei dem dann klar ist, wohin die Reise geht, so Pfarrer
Eiden.