1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Lions-Club Emmerich-Rees richtet Weihnachtsmarkt in Borghees nicht mehr aus

Lions-Club Emmerich-Rees : Kein Weihnachtsmarkt mehr am Schlösschen Borghees

Weil die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren immer schwieriger geworden sind, hat sich der Lions-Club Emmerich-Rees dazu entschlossen, keinen Weihnachtsmarkt mehr am Schlösschen Borghees auszurichten.

Emmerich muss künftig in der Adventszeit ohne den beliebten Weihnachtsmarkt am Schlösschen Borghees auskommen. Die traditionsreiche Veranstaltung, die bereits 18 Mal vom Lions-Club Emmerich-Rees unter dem Motto „Helpe met Pläsir“ für den guten Zweck organisiert wurde, wird eingestellt. Das teilte gestern Lions-Präsident Heiner van Bebber bei einem Pressegespräch mit.

„Leider haben sich in den letzten Jahren die Bedingungen für die Veranstaltung gravierend verändert“, führte van Bebber aus. Am Montag sei in einer eigens einberufenen Versammlung der Lions nach intensiver Diskussion deshalb beschlossen worden, keinen Weihnachtsmarkt zu organisieren.

Die Gründe legte Klaus te Laak dar, der seit Jahren für die Organisation des Marktes verantwortlich ist. Zum einen hätten die Einnahmen in den letzten Jahren nur noch in einem schlechten Verhältnis zu den Ausgaben gestanden, die förmlich explodiert seien - zuletzt hätten die Ausgaben zwischen 8000 und 10.000 Euro gelegen. Zum anderen sei der Organisationsaufwand immer größer geworden, beispielsweise für die Bereiche Sicherheit und Genehmigungen. „Ein regelrechtes k.o.-Kriterium war aber der Wegfall des Parkplatzes Alter Rheingolder, den wir nicht mehr kompensieren konnten“, so te Laak.

Ebenfalls machte den Lions die Witterung zu schaffen. „Da unser Markt nur an einem Tag stattfindet, sind wir stärker als andere darauf angewiesen, dass das Wetter mitspielt. Das war in den letzten Jahren immer seltener der Fall“, so te Laak, der auf die Absage des Marktes vor zwei Jahren und das schlechte Wetter in 2018 verwies, als die Veranstaltung am Schlösschen wegen Wind und Regen erst um die Mittagszeit richtig in Gang kam. Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang sei die Lage im Wald. Besucher könnten von herabstürzenden Ästen oder umstürzenden Marktständen getroffen werden. „Das ist ein Risiko, das wir nicht verantworten können.“ Darüber hinaus hätte der Markt in diesem Jahr an einer Baustelle stattgefunden, denn am Schlösschen entsteht die Kulturscheune. Auch sei es immer schwerer geworden, passende Aussteller zu finden, die der Idee der Lions mit einem Weihnachtsmarkt des gehobenem Niveaus gerecht wurden. „Einige Aussteller haben uns abgesagt, weil auch ihr Aufwand in keinem Verhältnis mehr zu den Umsätzen stand“, erklärte Alex Reinhart-van Gülpen. Gute Aussteller zu finden, sei angesichts der Inflation der Weihnachtsmärkte jedoch schwierig. Und eine „Weihnachtskirmes“ wolle man auf keinen Fall organisieren. „Das ist nicht unser Anspruch.“

Gut 200.000 Euro hatten die Lions über die Jahre hinweg mit dem Weihnachtsmarkt für benachteiligte Menschen eingespielt. Die Benefizaktion „Helpe met Pläsir“ soll auch weiter Bestand haben, nur wie sie in Zukunft aussehen wird, ist noch völlig offen. „Einige Ideen gibt es schon, aber die sind noch nicht ausdiskutiert“, so Reinhart-van Gülpen.

Klar ist: Den Adventskalender der Lions, der ebenfalls für den guten Zweck gedacht ist, wird es auch weiterhin geben. Mit dem Weihnachtsmarkt habe der nichts zu tun.

Die Entscheidung, keinen Weihnachtsmarkt mehr auszurichten, sei bei den Lions kontrovers diskutiert worden. „Letztendlich sind wir aber zu dem Entschluss gelangt, keinen Weihnachtsmarkt um jeden Preis zu organisieren“, so Präsident Heiner van Bebber.