Rock am Ring: Duisburger sammelt Pfand für 23.000 Euro - muss er Steuern zahlen?

Bei „Rock am Ring“ : Duisburger sammelte Pfand im Wert von 23.000 Euro - muss er Steuern zahlen?

Ein Mann aus Duisburg war bei „Rock am Ring“ als Pfandsammler auf dem Gelände unterwegs. An ein paar Tagen kamen dabei 23.000 Euro in Pfand zusammen. Müssen solche Beträge in die Steuererklärung?

Wenn Menschen auf Musikfestivals fahren, geben sie dort viel Geld aus. Fürs Ticket, fürs Essen, für den Alkohol. Wenn allerdings Cem Yilmaz auf ein Festival fährt, kommt er mit mehr Geld wieder zurück. Denn er sammelt dort Flaschen und Dosen - und kassiert das Pfand. In einem RTL-Beitrag berichtet der 37-jährige Duisburger, dass er bei seinem ersten Besuch des Festivals „Rock am Ring“ Pfand für 23.000 Euro einsammelte. In späteren Jahren sanken die Einnahmen durch die zunehmende Konkurrenz.

Doch vollständig behalten dürfen Menschen, die in so einem Umfang Flaschen und Dosen sammeln, die Einnahmen nicht. Zunächst einmal müssen sie ein Gewerbe anmelden. „Einer gewerblichen Tätigkeit geht derjenige nach, der eine Tätigkeit selbständig, nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausübt“, teilt ein Sprecher des NRW-Finanzministeriums mit. „Danach kann auch ein Pfandflaschensammler diese Kriterien erfüllen, so dass er mit seinem Gewinn gewerbliche Einkünfte erzielt.“ Die Einnahmen muss der Pfandflaschensammler in der „Anlage G“ der Einkommensteuererklärung angeben.

Steuern sind allerdings nur dann zu zahlen, wenn die Pfandeinnahmen (abzüglich Kosten) und mögliche weitere Einnahmen den Grundfreibetrag übersteigen. Dieser liegt 2019 bei 9168 Euro.

Anmerkung der Redaktion: In einem Medienbericht vom 19. Juli 2019 wird behauptet, dass es den Pfandsammler aus Duisburg gar nicht gibt. Ein RTL-Sprecher sagte unserer Redaktion dazu: „Das ist ein Missverständnis. Alle Fakten stimmen.“ Allerdings habe der Flaschensammler seinen richtigen Namen und seinen Wohnort nicht publik machen wollen. Die Autorin habe ihm deshalb für die Geschichte einen anderen Namen gegeben und seinen Wohnort verändert. „Das hätten wir in dem Beitrag kenntlich machen müssen, durch eine kommunikative Panne zwischen der Autorin und den Mitarbeitern, die den Beitrag bearbeitet haben, ist dies aber nicht geschehen“, sagt der RTL-Sprecher. „Das ist ein Versäumnis.“

(seda/hsr)
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