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Duisburg: Kai Magnus Sting trat beim Neujahrsempfang der Evangelischen Kirche auf

Evangelischer Kirchenkreis Duisburg : Humor trotz Corona in der Salvatorkirche

Beim Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg sorgte der Duisburger Kabarettist Kai Magnus Sting mit Humor und Feinsinnigkeit für ein Gegengewicht zur bedrückenden Pandemie-Gegenwart.

Für die meisten der rund 200 Gäste, die nach einer persönlichen Anmeldung zum traditionellen Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg am Freitagabend kamen, war es noch etwas ungewohnt, an der Eingangstüre zur Salvatorkirche genau kontrolliert zu werden. Gefordert waren der Nachweis der Corona-Impfung oder der Nachweis der Genesung, wobei auch der Personalausweis vorgezeigt werden musste. Doch niemand hat sich deswegen beschwert. Im Vorfeld war es wohl anders. In seiner Begrüßung sagte Superintendent Christoph Urban, dass er wegen seines Bestehens auf der Regelung schon so einige „Prügel“ habe einstecken müssen. Aber ein Verzicht auf 2G habe er als unverantwortlich empfunden.

Passend zu dieser Nebenbei-Bemerkung zitierte er in seiner kurzen Ansprache das 1653 von Paul Gerhardt geschriebene Kirchenlied „Wie soll ich Dich empfangen, wie soll ich Dir begegnen?“ Wir erlebten, so Urban, schwierige Zeiten. Da sei es wichtig, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren und sich selber zu fragen, was wirklich zählt. Urban wies auf die Menschen hin, die jetzt viel zu leisten haben. Diesen Gedanken spitzte der Superintendent zu mit der kühnen Formulierung: „Gott schiebt Doppelschicht auf der Intensivstation.“

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Im Mittelpunkt des Abends stand als Gast der Duisburger Kabarettist Kai Magnus Sting, der von Pfarrer Stephan Blank mit Witz vorgestellt wurde. Blank erinnert an Stings Kanzelrede am Karnevalssonntag 2016, als dieser in der rappelvollen Salvatorkirche auf seine ganz spezifische Art der Frage nachging: „Hat Gott Humor?“

Natürlich beantwortete Sting damals und jetzt zum neuen Kirchenjahr (das immer am Ersten Advent beginnt) die Frage mit „Ja, und ob“. Bevor Sting aus seinem fast unerschöpflichen adventlichen Anekdotenschatz mit Tempo-Temperament plauderte, berichtete er ein wenig von seinem eigenen Werdegang. Da spielte die Religion durchaus eine wichtige Rolle, schließlich wollte Sting ursprünglich Lehrer für Religion (und Deutsch) werden, studierte einige Semester katholische Theologie, obwohl er mit dem „Bodenpersonal der Kirche“ mitunter seine Schwierigkeiten habe. Immerhin absolvierte er einige Prüfungen in Theologie. Bei einer habe ihm der Professor eine „nicht prüfungsrelevante Frage“ gestellt: „Glauben Sie an Gott?“ Da habe er, Sting, nachdenken müssen und dann die Antwort gegeben: „Ich weiß, dass Gott an mich glaubt!“ So feinsinnig kann der Wortartist auch sein.

Ansonsten bot Sting leichte Kost, die er so servierte, dass die Gäste aus dem Lachen nicht mehr herauskamen. Hoffentlich saßen im Publikum keine Aachener, denn die bekannten Printen aus der alten Kaiserstadt könne man, so Sting, nur dann ohne Zahnplomben-Verlust essen, wenn man die „harten Dinger zwischen Pferderücken und Sattel legt und dann fünf Wochen lang drauf rumreitet“.

Ein bisschen Häme goss er auch über seine Heimatstadt Duisburg. „Wer hat eigentlich die komischen Weihnachtsbäume in der City angeschafft – und wann kommen die wieder weg?.“ Zu den Duisburger Besonderheiten gehöre auch der Hauptbahnhof. Der sei der „einzige Bahnhof, der durch ein Kreppklebeband zusammengehalten wird“. Aber Sting sagte auch Versöhnliches, besonders über die Duisburger selber. Die hätten das Herz auf dem rechten Fleck. Deshalb habe er in Duisburg immer eine Heimat. Das Thema Corona sparte Sting aus. Er sagte aber am Schluss seines mit viel Applaus belohnten Parts: „Wir müssen wohl lernen, mit der Unvernunft der anderen umzugehen.“