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Duisburg: Diskussion um Angelverbot

Duisburg : Diskussion um Angelverbot

Der Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde will an der Roos ein Angelverbot durchsetzen und rät, den Pachtvertrag mit dem ASC Kruppsee nicht zu verlängern. Die Angler sind pikiert. Sie sehen sich auch als Tierschützer.

Friemersheim Der Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Duisburg hat sich für ein Angelverbot an der Roos ausgesprochen. Sieben von zwölf Mitgliedern des Beirates stimmten gegen eine Verlängerung des Fischereipachtvertrages zwischen dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW — Regionalforstamt Niederrhein und dem ASC Kruppsee, weil sie das weitere Angeln im Naturschutzgebiet an der Roos als einen zu großen Eingriff in die Natur erachten (drei Mitglieder enthielten sich). Die Pachtzeit des derzeit gültigen Vertrages endet am 31. Dezember dieses Jahres.

Eine definitive Entscheidung ist mit der Abstimmung im Beirat jedoch nicht gefallen, denn er hat lediglich eine beratende Funktion. Genehmigende Behörde ist letztlich die Untere Fischereibehörde der Stadt Duisburg. Und die hatte sich im Vorfeld der Beiratssitzung bereits für eine Verlängerung des Pachtvertrages um weitere drei Jahre ausgesprochen.

Behörde entscheidet letztlich

Die Behörde werde sich jetzt noch einmal mit der Entscheidung des Beirates befassen und dann entscheiden, hieß es auf Anfrage. Jochem Abels von der Unteren Fischereibehörde ließ jedoch bereits verlauten, dass das Angelverbot, das der Beirat ausgesprochen hat, auch gar nicht so einfach möglich wäre. Denn laut Landschaftsplan ist das Angeln in der Roos erlaubt.

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Wenn man ein Angelverbot aussprechen wollte, müsste also auch der Landschaftsplan geändert werden. Der Homberger Klaus Radny, Mitglied des Beirates und Bezirksvorsitzender des Rheinischen Fischereiverbandes, dagegen sagte nach der Sitzung: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Untere Fischereibehörde anders abstimmt als wir. Damit würde sie sich über alle Fachbelange hinwegsetzen."

Volker Tauscher, Vorsitzender des ASC Kruppsee, zeigte sich überrascht und regierte auch ein wenig zynisch: "Wenn die Herren Umweltschützer meinen, sie müssten der Verlängerung des Pachtvertrages nicht zustimmen, müssen sie auch zusehen, wie sie die Fische künftig aus der Roos herausnehmen und wie sie das bezahlen wollen." Die Roos, ein alter Rheinarm, versandet zunehmend, was für die Fische eine große Bedrohung darstellt (siehe unten).

"Uns geht es weniger um die Fische, die wir für uns angeln wollen, als vielmehr darum, der Stadt unter die Arme zu greifen und das Gewässer zu hegen und zu pflegen", stellt Tauscher klar. "Wir haben es nur gut gemeint und wollen die Stadt unterstützen", sagt er. Natürlich existiere der Pachtvertrag schon seit langer Zeit, und das Angeln an der Roos sei eine wichtige Tradition im Verein. "Aber letztlich kostet uns die Roos eigentlich nur Geld", so Tauscher.

(RP/rl)