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Duisburg: Gastronomen im CityPalais sind sauer

Duisburg : Gastronomen im CityPalais sind sauer

Für die Gastronomen im Citypalais ist die Schließung der Mercatorhalle ein schwerer Schlag. Die Konzerte und Veranstaltungen sorgten zwei- bis dreimal wöchentlich für viel Betrieb in der ansonsten verwaisten Innenstadt. Mathias Blazej ist sauer: "Das ist doch einfach lächerlich", so der gastronomische Leiter des Eiscafés Bocconcino. "Es kann nicht sein, dass so etwas erst nach fünf Jahren auffällt. Wir brauchen das Abendgeschäft. Dieser Laden lebt auch von den Gästen, die nach den Konzerten vorbeischauen, um noch einen Kaffee zu trinken."

Etwas weniger erbost, dafür umso trauriger ist Palazzo-Geschäftsführer Piero Gradino: "Unser Überleben hängt nicht unbedingt vom Erfolg der Mercatorhalle ab, aber mir werden in der nächsten Zeit vor allem die kulturell interessierten Gäste fehlen", bedauert er. "Diese Kundschaft macht unser Geschäft erst zu etwas Besonderem. Es ist eine Schande, wie in dieser Stadt die Kultur zu Grunde gerichtet wird." Jue Yang, den Betreiber des China Pavillions, treffen die Veränderungen ganz besonders hart. "Wir haben unsere Öffnungszeiten auf die Veranstaltungen in der Mercatorhalle abgestimmt", so der Spezialist für asiatische Kochkunst. "Ich weiß wirklich nicht, wie wir den Einnahmeverlust ausgleichen sollen. Wir werden uns irgendwie einschränken müssen." Besonders pikant: In der vergangenen Woche habe das Citypalais noch einmal die Mieten angehoben, berichtet der Pächter.

Auch beim einzigen Café des Citypalais macht man sich Sorgen um zukünftige Einnahmen. "Dass die Konzerte ausfallen, trifft uns schon sehr hart", meint Besitzer Alessandro Ditto. "Unser Laden war oft bis tief in die Nacht offen, wenn es oben in der Halle Veranstaltungen gab. Schließlich wollen wir ja auch etwas von dem Abendgeschäft haben." Wie es in der nächsten Zeit weitergehen soll, weiß Ditto nicht. "Ich bin etwas ratlos", gibt er zu. "Wir müssen uns jetzt erst einmal zusammensetzten und die Sache durchkalkulieren." Was bleibt, sind ratlose Pächter mit finanziellen Sorgen. In einem Punkt sind sich die Gastronomen jedoch einig: Es wird schon irgendwie weitergehen. Schließlich wird die Mercatorhalle nicht für immer geschlossen.

(RP)