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Duisburg: Philharmoniker spielen im TaM

Duisburg : Philharmoniker spielen im TaM

Die Mercatorhalle wird womöglich ein Jahr geschlossen bleiben. Nun wird nach Alternativen und Ausweichmöglichkeiten gesucht. Das Rechnungsprüfungsamt soll Unregelmäßigkeiten untersuchen.

Die stille Hoffnung von Intendant Dr. Alfred Wendel und anderen, dass die Beseitigung der Brandschutz-Mängel an der Mercator-Halle während des Spielbetriebs vorgenommen werden kann, hat sich gestern Nachmittag zerschlagen: Die Mängel sind offenbar so gravierend, dass die Halle für längere Zeit geschlossen bleiben muss.

 Ein Arbeiter zieht den Vorhang zum Eingang der Mercatorhalle zu. Ein Jahr lang wird es dahinter wohl keine Veranstaltungen mehr geben.
Ein Arbeiter zieht den Vorhang zum Eingang der Mercatorhalle zu. Ein Jahr lang wird es dahinter wohl keine Veranstaltungen mehr geben. Foto: Probst

Möglicherweise sogar für ein ganzes Jahr. Es sei nicht daran zu denken, dass beispielsweise zwischendurch die Philharmoniker, möglicherweise unter Beobachtung von einsatzbereiten Feuerwehrleuten, dort auftreten können.

 Feurig: Bei der Eröffnungsgala der Mercatorhalle am 21. April 2007 flogen die Funken. Richtigen Brandschutz gab es in der Halle nicht.
Feurig: Bei der Eröffnungsgala der Mercatorhalle am 21. April 2007 flogen die Funken. Richtigen Brandschutz gab es in der Halle nicht. Foto: PRobst

Das Beste daraus machen

Wendel geht nun davon aus, dass die Philharmonischen Konzerte wieder im Theater am Marientor gespielt werden. Eine andere Möglichkeit gibt es eigentlich nicht, da zum einen die freien Termine im Stadttheater als mögliches Ausweichquartier rar sind, zum anderen hat das Stadttheater rund 600 Plätze weniger als die Mercatorhalle. Wendel hat inzwischen den neuen Duisburger Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi darüber informiert, dass er sein erstes Konzert im neuen Amt am 19./ 20. September nicht in der ihm bereits bekannten Mercator-Halle, sondern aller Voraussicht nach im TaM geben wird.

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"Sicherheit geht vor, wir wollen das Beste daraus machen", habe Bellincampi gesagt, so Wendel. Auch Orchestermitglieder, mit denen Wendel gesprochen hat, äußerten sich in diesem Sinne. Der Probenbetrieb geht für die Philharmoniker am 1. September los. Noch unklar ist, ob auch alle städtischen Kammerkonzerte von der Mercator-Halle ins TaM verlegt werden. Hier kann sich Wendel das Stadttheater eher als Ausweich-Spielstätte vorstellen, oder auch die Gebläsehalle im Landschaftspark.

Vermutlich wird auch Jürgen von der Lippe seinen Auftritt am 28. September von der Mercator-Halle ins TaM verlegen. Gebag-Chef Dr. Utz Brömmekamp, der sich unversehens wieder mit der Aufgabe konfrontiert sieht, das TaM als Spielstätte kurzfristig wiederzubeleben, sagte gestern Abend gegenüber der RP, dass die Gebag mit "städtischer Solidarität" versuche zu helfen.

Prüfungsauftrag

Als weitere Ausweichorte für die geschlossene Mercator-Halle gelten die Rheinhausenhalle, die Glückaufhalle in Homberg und die Stadthalle Walsum. Diese Hallen könnten an Stelle des kleinen Saals der Mercator-Halle genutzt werden. Unterdessen hat Oberbürgermeister Sören Link das Rechnungsprüfungsamt der Stadt beauftragt, alle Unterlagen zur Planung, Auftragsvergabe und Installation der Brandschutzanlagen in der gesamten Mercatorhalle auf mögliche Unregelmäßigkeiten und Verletzungen der Vorschriften zu überprüfen.

(RP/rl)