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Duisburg: Klappe schließt bei 75 Grad

Duisburg : Klappe schließt bei 75 Grad

Wie funktioniert eigentlich ein ordnungsgemäßer Brandschutz? Ein Feuerschutzexperte erläutert, wie zum Beispiel die Klappen funktionieren, die eine Ausbreitung des Feuers verhindern sollen.

Die Sachverständigen des Immobilienmanagements Duisburg halten die Feuerschutzmaßnahmen in der Mercatorhalle für unzureichend und die Halle bleibt so lange geschlossen, bis die Probleme behoben sind. Rolf Renner, Brandschutzexperte der Firma Burmeister aus Neudorf, erklärt, welche Sicherheitskriterien für ein Versammlungsgebäude gelten: "Bei Gebäuden, die für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden, greift die Sonderbauverordnung des Landes NRW", so der Experte.

"Dabei steht vor allem die Personensicherheit im Vordergrund." Zwingend vorgeschrieben seien beispielsweise die, in im Fall der Mercatorhalle offenbar fehlenden, Feuerklappen, die eine Ausbreitung der Flammen verzögern sollen.

"Wände werden in einem Brandschutzgutachten nach ihrer Widerstandsfähigkeit gegen das Feuer beurteilt", erläutert Renner. "Stabile Mauern können die Ausbreitung der Flammen im Normalfall bis zu 90 Minuten verhindern." Werden aber Lüftungsschächte durch Sicherheitswände gelegt, müssten diese mit speziellen Klappen gesichert werden. "Die Schutzmechanismen lösen bei 75 Grad aus und verhindern so, dass sich Rauch und Hitze über das Belüftungssystem verbreiten", so der Feuerschutzprofi weiter.

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Darüber hinaus besagt die Sonderbauverordnung des Landes NRW, dass neben den Feuerschutzklappen vor allem die Fluchtwege und die Anzahl der Feuerlöschgeräte entscheidend für die Sicherheitsbewertung eines Versammlungsgebäudes seien.

Die Fluchtwege müssten demnach vor Rauchentwicklung geschützt und frei von brennbaren Materialien sein. Außerdem gibt die Verordnung eine Mindestbreite für Rettungswege vor, die unter anderem vom Fassungsvermögen des Veranstaltungsortes abhängig ist. Die Anzahl der benötigten Feuerlöscher wird dagegen durch eine komplizierte Berechnungsformel zur Bestimmung der Brandgefahr festgelegt.

Dabei spielen vor allem die in den Gebäuden verbauten Materialien und der Verwendungszweck der Gebäude eine große Rolle. Sind in einer Versammlungsstätte viele leicht entzündliche Materialien verbaut, wie die Holzverkleidung in der Mercatorhalle, ist eine entsprechend größere Menge an Löschmaterialien bereitzustellen. "Für ein Brandschutzgutachten ist in erster Linie die Frage wichtig, ob die Sicherheit der Gäste gewährleistet ist", erklärt Renner das Bewertungsverfahren. "Sobald die Sachverständigen jede Gefahr ausschließen können, wird die Mercatorhalle auch wieder öffnen."

(RP/rl)