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Corona-Krise in Duisburg: Museen bieten virtuelle Ausstellungen an

Corona-Krise : Duisburger Museen bereiten virtuelle Ausstellungen vor

Im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt und im Kultur- und Stadthistorischen Museum wird weiterhin gearbeitet, auch wenn die Häuser derzeit für Besucher gesperrt sind. Demnächst soll es virtuelle Ausstellungen geben.

Für Lisa-Maria Feike war die zwangsweise Schließung der Duisburger Museen besonders bitter: Einen Tag, bevor ihre Ausstellung „Rheinglück” im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt feierlich mit Reden und einem musikalischen Rahmenprogramm eröffnet werden sollte, sorgte die Corona-Pandemie für das Aus. Dabei wäre die junge Duisburger Künstlerin, die im vergangenen Jahr ihren Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf gemacht hatte, mit dieser Schau im Rahmen der Duisburger Akzente in ihrer Heimatstadt erstmals einer großen Öffentlichkeit bekannt geworden. Immerhin gab es eine Pressevorbesichtigung und positive Artikel in den Duisburger Zeitungen. Bleibt der Trost, dass die Ausstellungseröffnung irgendwann nachgeholt wird und die Ausstellung länger als bis zur geplanten Finissage am 14. Juni zu besichtigen ist.

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt ist für Besucher zwar gesperrt, Stillstand herrscht dort trotzdem nicht. Pina Fernandes, die früher bei der Stadtbibliothek gearbeitet hat und sich dort unter anderem beim Umzug der Zentralbibliothek von der Düsseldorfer Straße an die Steinsche Gasse verdient gemacht hatte (die RP berichtete damals), ist nun „Standortkoordinatorin” im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, wo die Direktorenstelle noch vakant ist. Sie sagt, dass nach wie vor einige Mitarbeiter für die Pflege der Exponate im Haus seien. Und nicht nur dort.

Zum Schifffahrtsmuseum gehören auch der Seitenradschleppdampfer „Oscar Huber” und der Eimerkettendampfer „Minden”. Diese Museumsschiffe seien den täglichen Wetterverhältnissen ausgesetzt, so dass bei starkem Wind oder wechselndem Pegelstand beispielsweise ständige Nachjustierungen erforderlich seien. Normalerweise werden die Museumsschiffe Ostern für Besucher geöffnet. In diesem Jahr konnte man den Termin nicht einhalten. Wann das Museum und die Museumsschiffe wieder geöffnet werden können, ist noch ungewiss. Sowohl für das Museumsgebäude als auch für die Museumsschiffe gelte, so Pina Fernandes: „Laufende Baumaßnahmen, technische Prüfungen, Wartungsarbeiten, Mängelbeseitigungen und saisonbedingte Arbeiten sind für die Erhaltung der Infrastruktur zwingend notwendig.”

Daneben stelle die Verwaltung sicher, dass alle notwendigen Maßnahmen für die Erhaltung der Infrastruktur umgesetzt werden können. Außerdem müssten derzeit die steuerrechtlichen Meldungen bearbeitet werden. Auch seien wichtige Formalitäten zu erledigen. Aktuell seien Verträge, Versicherungen, Abwicklungen von Exponaten, die derzeit an verschiedenen Standorten untergebracht sind, anzupassen. Zu bearbeiten seien nach wie vor Verwendungsnachweise für Fördermittel, und im Haushaltsbereich müssten unter anderem Rechnungen angewiesen, Bestellungen geschrieben,  Postein und -ausgang und Personalangelegenheiten bearbeitet werden.

Man blickt im Schifffahrtsmuseum natürlich auch in die Zukunft. Da gehe es um langfristige Veranstaltungsplanungen. Dazu gehöre auch die Erstellung von Broschüren. Da Sonderausstellungen meist einen langen Vorlauf haben, seien auch hier langfristige Planungen und Vorarbeiten nötig. Es müsse viel recherchiert und  gesichtet werden. Die Ergebnisse werde man dann im kommenden Jahr sehen können. Zur Arbeit im Museum gehöre auch die Beantwortung von Fragen und die Unterstützung bei Forschungsarbeiten im Bereich der Binnenschifffahrt beziehungsweise der Technikgeschichte.

Auch im Kultur- und Stadthistorischen Museum haben die Mitarbeiter keine (Zwangs-)Ferien. Allerdings arbeiten sie zum großen Teil im Homeoffice; eine Notbesetzung (Hausmeister/ Haustechnik) sei allerdings immer im Hause. Die Restauratorin arbeitet in der Werkstatt des Museums. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit des Museums wird nach Auskunft von Andrea Gropp, stellvertretende Leiterin des Museums, an neuen digitalen Angeboten gearbeitet. Angedacht seien Videosequenzen, Blog-Beiträge, virtuelle Ausstellungselemente und Hintergrundberichte aus der aktuellen Museumsarbeit. Näheres soll demnächst vorgestellt werden. Von zu Hause aus arbeiten die Kuratorinnen und Kuratoren an der Vorbereitung von Ausstellungen im Kultur- und Stadthistorischen Museum und dem angegliederten Zentrum für Erinnerungskultur. Die Themen sind  höchst unterschiedlich: Beispielsweise die Verfolgung von Sinti und Roma durch die Nazis, eine Fotoausstellung über die Indianer Nordamerikas, eine Schau über „Ritterorden in Duisburg” oder auch „Gelehrte in Duisburg im 16. Jahrhundert”. Die konkreten aktuellen Planungen reichen bis zum Sommer des kommenden Jahres.