Düsseldorf: Wie Düsseldorf fairen Handel stützt

Düsseldorf: Wie Düsseldorf fairen Handel stützt

Schon beim Einkauf nehmen Verbraucher Einfluss darauf, wie Waren hergestellt werden. Die Stadt hat sich nun zum zweiten Mal als "Fairtrade Town" zertifizieren lassen. Welche Aktionen gibt es und welche sind geplant?

Die Zeit, in der Bio-Produkte und fairer Handel, ein exotisches Dasein in einer ökologischen Nische fristete, gehegt und gepflegt von Menschen mit unförmigen Strickpullovern, ist vorbei. Bewusster Konsum gehört für viele Düsseldorfer zu einem guten Leben dazu. Mit der Zertifizierung als "Fairtrade Town" Düsseldorf schreibt sich die Landeshauptstadt auf die Fahnen, faire Produktions- und Handelsbedingungen zu unterstützen. Ein Überblick, welche Aktionen dazu bereits laufen und welche geplant sind.

Teilnehmer In Düsseldorf bieten über 50 Einzelhändler, mehr als 150 Super- und Drogeriemärkte und mehr als 60 Gastronomiebetriebe und Kantinen fair gehandelte Produkte an. Dabei machen beispielsweise auch die Kantinen der Firma Henkel, der Ärztekammer Nordrhein oder die Uni-Mensa mit. Und auch im Rathaus wird fair gehandelter Kaffee und Tee getrunken. Außerdem verkaufen Düsseldorfer Schulen, Hochschulen und Gemeinden Fairtrade Produkte als Pausensnack oder für zu Hause. So kann sich jede/jeder Einzelne für faire Arbeitsbedingungen und gegen Kinderarbeit engagieren.

Fairtrade Schulen Fünf Schulen haben sich als Fairtrade-Schools zertifizieren lassen: die Gymnasien Suitbertus-, Geschwister-Scholl, Theodor-Fliedner und Leibniz-Montessori sowie die Katholische Grundschule Höhenstraße. So wie die Stadt auch, müssen sie nachweisen, dass sie sich über längere Zeit für fairen Handel einsetzen. Weitere Schulen bewerben sich um die Auszeichnung. Darüber hinaus beteiligen sich andere Schulen mit Projekten, Aktionen und nehmen am Bildungsprogramm teil.

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Faires Frühstück Besonders beliebt in Schulen und Hochschulen, aber auch Kitas ist die Aktion "Faires Frühstück". Referenten der Organisation kommen zu Besuch und berichten über Produktionsbedingungen, beispielsweise von Familien in Nicaragua, die als Bananenbauern ihr Geld verdienen. Dabei erfahren die Schüler, wie viel jeweils Supermarkt, Arbeiter und andere Akteure am Markt mit den Bananen verdienen. Hinterher gibt es ein leckeres Frühstück mit Säften, Kakao, Schokolade und Marmelade - natürlich aus fairem Anbau.

Geplante Projekte Eine Steuerungsgruppe unter der Regie der Firma Engagement Global bereitet das neue Projekt "Faire Moschee" vor. Die erste öffentlichkeitswirksame Aktion ist für den 10. Mai geplant, wenn auf der Benrather Bezirkssportanlage der KDDM-Cup ausgetragen wird. KDDM steht für den Kreis der Düsseldorfer Muslime, bei dem Fußballturnier treten Imame gegen Pfarrer an, mit Beteiligung eines jüdischen Schiedsrichters. Bis zu 10.000 Besucher fiebern und feiern bei dem religionsübergreifenden Event mit. "Erfahrungsgemäß fällt beim Catering immer viel Müll an", sagt Andreas Hennig, der Geschäftsführer von Engagement Global und im Eine-Welt-Beirat ist. Ziel ist es, den Cup zu einer fairen Großveranstaltung zu machen und Müll zu vermeiden. Die Fairtrade-Bewegung, die ihren Anfang in vielen Kirchengemeinden genommen hatte, würde dann auch islamische Gemeinden miteinbeziehen. Werte wie die Bewahrung der Schöpfung und die Schonung von Ressourcen passten durchaus gut zum islamischen Glauben, findet Redouan Aoulad-Ali vom KDDM.

Die Steuerungsgruppe setzt darauf, dass ein solches Event auch zum Umdenken bei der privaten Grillparty führt. In der Vorbereitung ist auch die Neugestaltung der Internetseite mit einer Karte, die Fairtrade-Orte zeigt.

(RP)