Radevormwald: Fair gehandelte Süßigkeit auf Knopfdruck

Radevormwald : Fair gehandelte Süßigkeit auf Knopfdruck

Das Gymnasium hat als Fair-Trade-Schule einen "Fair-O-Mat" aufgestellt. Helfer für Cafeteria der Schule dringend gesucht.

Schmal und unscheinbar steht er an der Wand neben der großen Durchgangstür, die aus der Aula in den vom Eingang linken Teil des Theodor-Heuss-Gymnasiums an der Hermannstraße führt. Nur ein roter Pfeil und ein grünes Schild mit den Buchstaben "Fair-O-Mat" deuten darauf hin, dass dort etwas Besonderes steht. Viele zieht es zu Beginn der Pause erstmals zum "Fair-O-Mat".

Dort steht Schulleiter Matthias Fischbach-Städing. Zufrieden schaut er in die Runde. Dann wendet er sich an seine Schüler: "Es ist viel passiert in Sachen Fair Trade (fairer Handel) an unserer Schule. Und das neue Angebot wird euch besonders freuen. Weil es lauter leckere Sachen enthält." Dann nimmt er ein blaues Tuch herunter. Unter Applaus wirft er eine Münze ein und zieht ein Päckchen Zitronenbonbons. Diese werden gleich unter den Schülern verteilt.

Ein Mädchen geht als nächstes an den Automaten und holt sich eine Tafel Vollmilchschokolade. Außerdem gibt es weiße Vanilleschokolade, Krokant-Vollmilch- und Fruchtriegel und weitere Süßigkeiten. Alle sind fair gehandelt, GEPA steht auf den Verpackungen. Das passt zum Gymnasium, denn seit Juni 2016 trägt es das Fair-Trade-School-Siegel: "Dafür müssen wir verschiedene Kriterien erfüllen", sagt Nina Heinze, die stellvertretende Schulleiterin. Dazu gehöre nicht nur ein bestimmter Prozentsatz fair gehandelter Produkte im Angebot der Cafeteria oder eben im neuen "Fair-O-Mat". "Wir müssen das Thema im Unterricht behandeln", sagt Heinze. Die Idee, sich diesem Thema zu nähern, sei im Erasmus-Austausch mit Schulen in Schweden und den Niederlanden entstanden: "Da wurde das ebenfalls durchgenommen - es ist direkt auf Interesse gestoßen."

Im Zuge dessen haben Lehrer und Schüler das Unternehmen GEPA in Wuppertal besucht. Dort habe man einen "Fair-O-Mat" gesehen, sagt Fischbach-Städing. Den Schulleiter freut besonders, dass die Anschaffung durch Unterstützung des Fördervereins möglich wurde: "Der Automat kostet etwa 1500 Euro. Das hätten wir ohne den Förderverein niemals stemmen können."

Die Anschaffung zeige aber auch, dass der Förderverein hinter dem Fairer-Handel-Gedanken stehe - wie übrigens die meisten Schüler, wie der Schulleiter ergänzt: "Das kommt bei den Kindern und Jugendlichen gut an, man sieht das auch an der GEPA-Limonade, die es in der Cafeteria zu kaufen gibt. Da ist der Absatz richtig hoch."

Nicht ohne sind indes die Personalsorgen in der großen Cafeteria im Erdgeschoss, die den zeitweiligen Ganztagsbetrieb unterstützt. Fischbach-Städing: "Wir haben derzeit etwa 20 Ehrenamtliche, wobei Ende dieses Schuljahres zwei langgediente Mütter aufhören werden, weil ihre Kinder dann das Abitur gemacht haben." Damit werde die Personaldecke erneut dünner, sagt der Schulleiter.

Zwar hätten Anfang 2017 zwei neue Kräfte angefangen, eine haben jedoch wieder aufgehört. "Es ist nicht einfach, den Dienstplan zu erstellen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Helfer nicht jeden Tag arbeiten müssen", sagt Fischbach-Städing. Im Gegenteil, alle können ihre Zeiten flexibel gestalten. Und jede Stunde, die aufgefangen wird, kommt den Schülern zugute.

Wer sich vorstellen kann (ein Kind an der Schule ist nicht Bedingung), in der Cafeteria des Theodor-Heuss-Gymnasiums stundenweise ehrenamtlich mitzuhelfen, kann sich an das Sekretariat wenden unter: Tel. 02195 929890 oder per E-Mail an sekretariat@radevormwald.de

(wow)
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