Die Woche In Den Stadtteilen: Wichtiges historisches Signal

Die Woche In Den Stadtteilen : Wichtiges historisches Signal

Gerade die dunklen Kapitel der Geschichte müssen von der Gesellschaft aufgearbeitet werden. Viel zu lange hatte man den Hexenprozess in Gerresheim aus dem kulturellen und historischen Gedächtnis verbannt. Umso vorbildlicher ist es, wie die Gerresheimer sich inzwischen dem Schicksal von Helena Curtens und Agnes Olmans widmen, die ihr Leben auf dem Scheiterhaufen lassen mussten.

Nach einem Gedenkstein, der Benennung eines Platzes nach den beiden Frauen und öffentlichen Vorträgen mit Wissenschaftlern kommt nun eine Publikation auf den Markt, die vier richtungsweisende Vorträge zu den Hexenverfolgungen und -prozessen zusammenfasst. Eine wichtige Lektüre, nicht nur für Gerresheimer, und ein wichtiges historisches Signal!

Mit der Vergangenheit beschäftigen sich zurzeit auch viele Menschen in Mörsenbroich. Nach zwölf Funden von Blindgänger-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg in nur drei Jahren sind die Anwohner des Neubaugebiets auf dem Gelände der ehemaligen Reitzensteinkaserne verunsichert. Und das ist verständlich. Unverständlich ist es allerdings, dass es immer wieder neue Bombenfunde gibt, obwohl doch der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Areal, das im Zweiten Weltkrieg ein wichtiges Angriffsziel der alliierten Luftstreitkräfte war, sondiert hatte. Zurecht sagte ein Bewohner bei unserer Mobilen Redaktion dazu: "Da frage ich mich, wer hier versagt hat!"

Als missglückt bezeichnen die Bewohner der Lichtenbroicher Siedlung "Klein Korea" auch die Vorgehensweise der Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft. Diese, so der Vorwurf, habe sie nicht ausreichend in ihre Planungen zum Abriss ihrer Häuser informiert und sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Besonders ärgerlich: Einige Bewohner hatten in den vergangenen Jahren in ihre Häuser investiert, zum Beispiel auf eigene Kosten neue Fenster oder Bäder eingebaut. So sollte man nicht miteinander umgehen!

Als missglückt muss man auch den Namen der Siedlung zwischen Krahnenburgstraße und Volkardeyer Weg bezeichnen: Sie wurde als "Klein-Korea" bezeichnet, weil sie während des Korea-Krieges entstand (Ist das wirklich ein Grund?). Schlechtes Omen: Der Krieg wurde nur mit Waffenstillstand beendet...

(RP)