Düsseldorf: Illegaler Getränkehändler vor Gericht

Düsseldorf : Illegaler Getränkehändler vor Gericht

Bis vor 15 Jahren war der Mann Millionär, besaß 170 Häuser im Kreis Heinsberg. Doch dann folgten Absturz, Bankrott, Vorstrafen - und gestern ein weiterer Strafprozess wegen Widerstands gegen Ordnungsbehörden. Weil der 57-Jährige dauernd durch illegale Getränkeverkäufe auffällt, sollte seine Ware im Februar 2013 vor einer Konzerthalle in Oberbilk beschlagnahmt werden. Dagegen habe er aber Widerstand geleistet, sollte dafür 700 Euro Strafe zahlen. Dagegen zog er gestern vors Landgericht.

Kurz vor der Jahrtausendwende war das Imperium des Angeklagten zusammengebrochen. Weil er einen Mitarbeiter einer kreditgebenden Neusser Bank bestochen habe und dafür auch verurteilt wurde, verlor er sein gesamtes Hab und Gut und verarmte. Seitdem fällt er immer wieder auf, weil er ohne Reisegewerbe-Erlaubnis bei Veranstaltungen mit einem Rollwagen auftaucht und Getränkedosen verkauft: "Weil ich doch leben muss!" Zum Richter sagte er: "Nennen Sie mir eine andere Möglichkeit, Geld zu verdienen, wenn mein Kühlschrank mal wieder leer ist - dann mach' ich das!" Doch gegen die Beschlagnahme seiner Getränkedosen habe er sich nicht gewehrt. "Das ist mir schon zehn, zwanzig Mal passiert", winkte er ab. Doch Mitarbeiter des Ordnungsamts beteuerten: Beim Abtransport der Getränkedosen habe er sich an den Rollwagen geklammert, seine Ware vor dem behördlichen Zugriff retten wollen. Dafür war er wegen Widerstands verurteilt worden. Das Landgericht hat seine Akte gestern jedoch (vorerst) zugeklappt.

(wuk)