Airport Düsseldorf: Weiter Personalnot bei Fluglotsen

Airport Düsseldorf : Weiter Personalnot bei Fluglotsen

Der Düsseldorfer Flughafen liegt in Deutschland weiter an der Spitze bei den Durchschnittswerten für Verspätungen. In den ersten fünf Monaten des Jahres hatte der Wert bei sechs Minuten gelegen. Dies gelte nach wie vor, sagte Kristina Kelek, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) auf RP-Anfrage.

Bei den anderen deutschen Airports liegen die Werte bei zwei bis drei Minuten pro Flug. Die Verspätungen erhöhen auch die Zahl der Nachtlandungen und damit die Belastung für die Bürger in den Einflugschneisen, etwa in Meerbusch, Ratingen und Essen.

Die Probleme beginnen 200 Kilometer Luftlinie entfernt in der Radarzentrale in Langen bei Frankfurt. Dort sei die Personalsituation unverändert angespannt, sagte DFS-Sprecherin Kelek: "Es kann immer wieder zu Engpässen kommen." Deshalb übernimmt die Flugsicherung die Verantwortung für einen Großteil der Verspätungen. "Für 50 Prozent der Verspätung sind wir die Ursache", sagte Dieter Kaden, Vorsitzender der DFS-Geschäftsführung.

Nach Angaben der Flugsicherung kann es bis zum Frühjahr 2011 dauern, bis die Personalprobleme behoben sind. Die Ursachen sind vielfältig: In jüngster Zeit haben einige Lotsen ihre flugmedizinische Tauglichkeit verloren. Zudem fielen und fallen einige Fluglotsinnen wegen Schwangerschaft aus. Außerdem hatten DFS und Fluggesellschaften die Entwicklung des Luftverkehrs nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 falsch eingeschätzt und aus Kostengründen zu lange zu wenig Auszubildende eingestellt. Bis zum Erwerb einer Lotsen-Lizenz dauert es aber rund vier Jahre, in NRW sogar noch länger, weil der Luftraum der komplexeste in Europa ist. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ein Lotse für jeden Luftraum eine Lizenz erwerben muss, so dass Personal nicht einfach versetzt werden kann.

(RP)