Urdenbach: Umweltschutz: Itter-Zufluss gesperrt

Urdenbach: Umweltschutz: Itter-Zufluss gesperrt

Die Urdenbacher Kämpe soll naturnaher gestaltet werden, der Urdenbacher Altrhein langsamer fließen. Er soll nicht mehr von der Itter gespeist werden, weil deren Wasser schlecht ist. Dadurch können aber Forstreviere austrocknen. An einem Kompromiss wird gearbeitet.

Der Naturschutz in der Urdenbacher Kämpe soll durch ein neues Bachbett für den Urdenbacher Altrhein verbessert werden. Das aber auf Kosten der Natur in den Forstgebieten von Garath, befürchten Kritiker. Einen Vorgeschmack auf die schlimmen Auswirkungen bekam Forstwart Dankwart von Dörnberg zu spüren.

Der Horster Flutgraben, eine Verbindung der Itter zum Garather Mühlbach und dann zum Altrhein, war ausgetrocknet. Den Damhirschen, Wildschweinen und Rehen in Dörnbergs Forstrevier fehlten Tränken. Denn der Zulauf der Itter war abgesperrt, der Fluss direkt in den Rhein geleitet worden, damit sein schmutziges Wasser die Urdenbacher Kämpe nicht belastet. Nachdem von Dörnberg gegen die Sperrung protestiert hatte, fließt jetzt wieder Wasser im Flutgraben. Aber ob das so bleibt, ist noch ungewiss.

Stehendes Gewässer

Der Hintergrund für die Auseinandersetzung: "Das Wasser der Itter hat keine gute Qualität, ist mit organischen und chemischen Substanzen belastet", erklärte Umweltamtsleiter Werner Görtz. Solange es rasch fließe, sei das ein geringes Problem. Es würden sich jedoch schnell Algen bilden und in der Folge das Gewässer zum Umkippen bringen, wenn es in einem breiten Bett nur langsam plätschere oder in Tümpeln stehen bliebe.

  • Olaf Scholz beim Ständehaus-Treff : „Wir sollten uns besser auf die Arbeit konzentrieren“
  • Benrath : Nachfolger für die Buchhandlung Dietsch

Genau das aber sieht die Renaturierung des Urdenbacher Altrheins vor. Der Bach soll aus seinem kanalähnlichen Bett befreit werden, das Wasser nicht mehr rasch abfließen, sondern in einem breiten, flachen Bett lange verweilen. In Trockenzeiten blieben möglicherweise nur Tümpel übrig, so Görtz. "Deshalb darf das Wasser der Itter nicht mehr in den Altrhein fließen." Daher sei der Zufluss gesperrt worden.

Wegen des Protestes von Dörnberg arbeiten die Behörden jetzt an einem Kompromiss. "Wir lassen wieder Wasser in den Horster Flutgraben, aber relativ wenig, so dass das Nass im Lauf der Strecke versickert und den Mühlenbach nicht erreicht", sagte Görtz. Der Zulauf des Wassers könne mit einfachen Mitteln reguliert werden.

Dörnberg dagegen ist sich nicht sicher, ob dieser Kompromiss möglich ist. "Wir werden deshalb bei der Planfeststellung für die Renaturierung unsere Ansprüche anmelden", kündigt der Forstverwalter an. Er ist sich sicher, dass ihn Bürger und Vereine aus Urdenbach unterstützen werden. "Statt die Itter wegen der schlechten Wasserqualität einfach umzuleiten, wäre es sinnvoller, das Übel an der Quelle zu bekämpfen und die Verschmutzung des Wasser zu verhindern." Vielleicht gebe es auch die Möglichkeit, in neuen Feuchtgebieten das Wasser biologisch zu klären.

Sauberes Wasser für die gesamte Itter wünscht sich auch Görtz. Aber die Verursacher seien Anlagen in Solingen und Hilden. Zuständig dafür seien die Landkreise oder der Bergisch-Rheinische Wasserverband. Düsseldorf habe bereits Vorstöße gemacht, erklärte Görtz. "Die Verhandlungen sind kompliziert und daher langwierig, die Sperre der Itter ist erst einmal effektiver."

(RP)
Mehr von RP ONLINE