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Rückführung des historischen Plattbodenschiffs nach Düsseldorf verzögert sich

Historischer Fund in Düsseldorf : Rückführung des Plattbodenschiffs verzögert sich

Historiker bezeichnen das Boot als Sensationsfund. Deshalb soll es auch in Düsseldorf ausgestellt werden. Wo und wann, ist aber noch offen.

Vor zehn Jahren wurde ein Plattbodenschiff bei Deichbauarbeiten in Kaiserswerth gefunden, das von Fachleuten als wichtiges Kulturgut bezeichnet wird. Deshalb wird es auch seit sieben Jahren in der archäologischen Werkstatt des Landes Schleswig-Holstein in Schloss Gottorf für rund 600.000 Euro konserviert. Die Arbeiten sollten eigentlich Ende 2019 abgeschlossen sein und das Boot zurück nach Düsseldorf kehren. Das verzögert sich nun, da rund die Hälfte der Teile noch nachbearbeitet werden müssen und voraussichtlich erst Mitte des Jahres transportbereit sind.

Die bisher fertig konservierten und aufgearbeiteten Teile des Schiffs werden Ende Februar nach Düsseldorf kommen. Hier befinden sich bereits einige wenige Bestandteile, die in das Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf gebracht wurden. Mithilfe dieser Teile werden derzeit mögliche Rekonstruktionstechniken erprobt. Geplant ist, das Schiff irgendwann in einem musealen Kontext öffentlich zu präsentieren. Die Einzelteile werden in speziellen Transportkisten geliefert, in denen sie auch vorerst in einem Lagerraum eingelagert werden.

„Die weiteren Pläne sehen vor, zeitnah einen geeigneten Ausstellungsort für das Schiff zu finden und dann mit dem Zusammensetzen der Einzelteile bzw. der Rekonstruktion des Plattbodenschiffs zu beginnen”, sagt die Verwaltung. Diese Suche gestaltet sich allerdings schwierig, da das Schiff mit einer Länge von 17,40 Metern und einer Breite von drei Metern sehr groß ist. Die Experten raten zudem zu einer konstanten Raumtemperatur von 20 bis 24 Grad, einer Luftfeuchtigkeit von 55 Prozent und zum Verzicht auf Tageslicht, da sich das Holz unter diesen Bedingungen am längsten hält. Verschiedene Standorte wurden bereits geprüft, haben sich aber letztendlich als ungeeignet herausgestellt.

Das Kaiserswerther Plattbodenschiff aus dem 17. Jahrhundert ist das einzige seiner Art, das bisher gefunden wurde. Es hat den französischen Besatzungskräften als Versorgungsboot gedient und kam so aus dem Straßburger Raum ins Rheinland. Es wurde wahrscheinlich versenkt, als die Franzosen Kaiserswerth verließen.