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Kinderhaus Kaiserswerth wurde als erste Kita in Düsseldorf als Schach-Kita zertifiziert.

Förderung von Kindern in Düsseldorf : Spiel der Könige begeistert die Jüngsten

Das Kinderhaus Kaiserswerth wurde als erste Kindertagesstätte in Düsseldorf als Schach-Kita zertifiziert. Das Spiel fördert Kinder auf vielfältige Weise und macht zudem Spaß.

Ben und Philip fackeln nicht lange. Zügig ziehen die beiden Fünfjährigen mit ihrem Turm über das Schachbrett und fachsimpeln dabei nebenher. „Wenn ich hier meinen Turm stehen lasse, kommt Philip nicht gut weiter“, sagt Ben. Nützen tut ihm das wenig, denn Philip beendet kurz darauf siegreich die Partie, der sofort eine Revanche folgt.

Ben und Philip sind Vorschulkinder und besuchen das Kinderhaus Kaiserswerth an der Kreuzbergstraße. Seit vier Jahren ist die Kindertagesstätte Projektpartner der Initiative „Schach für Kids“, die der Sprockhöveler Ralf Schreiber gegründet hat. Der gemeinnützige und unabhängige Verein verfolgt das Ziel, auf spielerische Weise und nach wissenschaftlich-pädagogischen Erkenntnissen Kinder ab drei Jahren mit Hilfe von Schach individuell zu fördern. Das Spiel verbessert erwiesenermaßen das Sozialverhalten, die sprachlichen Fähigkeiten, stärkt die Konzentration und vorausschauendes, räumliches, logisches und strategisches Denken. Da das Kinderhaus die Vorgaben des Vereins gut erfüllt, dessen Konzepte umgesetzt hat, wurde es nun als erste von rund 50 Kitas in Düsseldorf, in denen Schach gespielt wird, als Schachkindergarten zertifiziert.

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Doch wie führt man Fünfjährige überhaupt an eines der ältesten Spiele der Welt heran? „Mit viel Spaß und vielseitigen Übungen“, sagt Kita-Leiterin Marina Brunsfeld, welche auch die Schachgruppe leitet. Sie wurde vor vier Jahren dafür in einem Seminar von „Schach für Kids“ geschult. „Ich konnte vorher selber gar nicht Schach spielen und habe Schach immer für ein elitäres und zu anspruchsvolles Spiel gehalten.“ Jetzt macht ihr das Spiel aber viel Spaß. „Und es ergänzt prima unsere Vorschularbeit. Ich kann eine deutliche Verbesserung beispielsweise der Konzentration bei den Kindern feststellen. Sie können sich viel besser auf eine Arbeit fokusieren.“

Bei dem Projekt geht es aber nicht darum, den Kindern stur die Spielregeln zu erklären. „Wir arbeiten auch viel mit Bewegung. Die Kinder verkleiden sich beispielsweise als Schachfiguren und wir haben auch Figuren aus Ton gebastelt“, sagt Brunsfeld. Zudem arbeiten die Kinder regelmäßig mit einem Übungsheft, in dem sie beispielsweise Schachbretter richtig ausmalen müssen.

Da die meisten Kinder überfordert sind, wenn sie gleichzeitig alle Figuren und deren unterschiedlichen Gangarten lernen sollen, wurde von „Schach für Kids“ eine vereinfachte Spielvariante, das so genannte Chip-Schach, entwickelt. „Bei dieser Variante haben die Kinder schnelle Erfolgserlebnisse“, sagt Ralf Schreiber. Die fünfjährige Nora jedenfalls hat so inzwischen alle Figuren erlernt. „Ich weiß jetzt, wie diese heißen, allerdings noch nicht von allen Figuren, wie ich diese bewegen darf. Ich freue mich schon, wenn ich das Spiel bald richtig spielen kann“, sagt Nora. Einmal in der Woche wird dafür in der Kita trainiert. „Und nach Möglichkeit baue ich immer wieder kleine Schachfragen in den Kitaalltag ein“, sagt Brunsfeld.

Der Auslöser für das Projekt „Schach für Kids“ war übrigens Ralf Schreibers Tochter Sarah. Sie erlernte mit zweieinhalb Jahren aus eigenem Antrieb das Schachspiel. Schokolinsen halfen beim Verinnerlichen der Regeln: Bewegte Sarah eine Figur regelkonform auf ein Feld, durfte sie die dort liegende Linse essen. Die Idee zum Chip-Schach war geboren. Da Schreiber viele Verbesserungen bei der Entwicklung seiner Tochter feststellte, wollte er diese positiven Erfahrungen weitergeben.