Düsseldorf: Pläne für Kaiserswerther Markt müssen überarbeitet werden

Stadtteilentwicklung in Düsseldorf : Neue Pläne für Kaiserswerther Markt

Im Laufe der Planungen haben sich mehrere neue Anforderungen ergeben, die in einem neuen Konzept berücksichtigt werden müssen. Das führt zu höheren Kosten und einer längeren Bauzeit.

Seit vielen Jahren wird um eine Neugestaltung des Kaiserswerther Marktes gerungen. Dafür wurden zahlreiche Informationsveranstaltungen durchgeführt, Bürger befragt, Lichtkonzepte ausprobiert, Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert und mehrere Konzepte entwickelt und beschlossen. Jetzt müssen die Planungen erneut überarbeitet werden, da sich die Voraussetzung rund um diese historische Fläche geändert, beziehungsweise sich neue Rahmenbedingungen ergeben haben. Die Bürger sollen an den neuen Planungen erneut beteiligt werden. Die Bezirksvertretung 5 soll deshalb in ihrer nächsten Sitzung am 26. November einen Workshop beschließen, der im ersten Quartal 2020 durchgeführt werden soll. „Ziel des Workshops ist die Entwicklung einer Lösung, die unter Berücksichtigung aller bisher bekannten Rahmenbedingungen und Restriktionen und unter Abwägung der verschiedenen Interessenslagen der beteiligten Akteure grundsätzlich umsetzungsfähig erscheint“, sagt die Verwaltung. Teilnehmen sollen Vertreter von Vereinen und der Initiativen, die sich bislang im Verfahren engagiert haben, Bürger, Vertreter des Heimatministeriums als Fördergeber, der Denkmalbehörden, externe Fachleute, der Stadtentwässerungsbetrieb, Behindertenvertreter, die Politik und Mitarbeiter der Fachämter.

Die Verwaltung rät davon ab, bei den neuen Planungen dann auch die  Überlegungen, in der Nähe des Kaiserswerther Marktes eine Quartiersgarage zu errichten, mit aufzunehmen. „Dies würde das weitere Verfahren nur unnötig belasten und zu eventuell gravierenden Verzögerungen führen – zumal die Aussichten auf eine erfolgreiche Umsetzung noch völlig ungewiss sind. Hier sollte man unabhängig parallel weiterarbeiten“, sagt die Verwaltung.

Das neue Verfahren ist unter anderem notwendig geworden, weil bei archäologischen Untersuchungen des Marktplatzes großflächig Kulturschichten entdeckt wurden, die von den Fachleuten als wertvolle Quellen für die Ortsgeschichte eingestuft werden. Diese Schichten dürfen nicht zerstört werden. Das wäre aber bei den ursprünglichen Planungen der Fall. Andere Verfahren sind zwar anwendbar, würden aber zu einer längeren Bauzeit von rund eineinhalb Jahren und Mehrkosten von mindestens 800.000 Euro führen. Damit würden die erwarteten Kosten auf rund 4,5 Millionen Euro ansteigen. Um dafür Fördergelder vom Heimatministerium, die mehr als 50 Prozent der Kosten decken könnten, zu erhalten, ist ebenfalls eine Neuplanung notwendig. Denn für eine Förderung wird ein „innovativer Entwurf im Sinne der verkehrsarmen Stadt von morgen“ vorausgesetzt. Zusätzlich liegen auch noch neue Voraussetzungen zum Thema Oberflächenentwässerung bei Starkregenereignissen vor. „Daraus ergeben sich zahlreiche Zwangspunkte bezüglich der Höhenlage des Geländes, die vorher nicht bekannt waren“, sagt die Verwaltung. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Höhen der heutigen Kanaldeckel und Straßenabläufe beibehalten werden müssen. Der bisher beschlossene Entwurf müsste dementsprechend auch aus diesem Grund umfassend überarbeitet werden.

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