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Wettbewerb um neue Nutzungen für das Marienkrankenhaus-Areal in Düsseldorf Kaiserswerth

Bauprojekte in Düsseldorf : Wettbewerb für Marienkrankenhaus

Sechs Teams planen, wie das Areal mitten in der historischen Ortsmitte von Kaiserswerth entwickelt werden soll.

Die Pfarrgemeinde St. Suitbertus hat sich schon frühzeitig auf die Änderungen rund um das Marienkrankenhaus eingestellt. Bereits vor zehn Jahren befassten sich Vertreter der katholischen Gemeinde mit dem Gebäudeensemble, das sich im Besitz der Gemeinde befindet. Vor zwei Jahren, als der Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) ankündigte, zum Jahresende 2019 den Nutzungsvertrag für das Krankenhausgebäude auslaufen zu lassen, wurden die Überlegungen, was mit dem Areal, das mitten im historischen Ortskern von Kaiserswerth an der Straße An Sankt Swidbert liegt, konkreter. Inzwischen steht fest, die Gemeinde wird eigene Räume im sogenannten Antoniushaus, einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus dem Jahr 1899, einrichten. Dort sollen künftig auch das Bürgerbüro und die Polizei untergebracht werden.

Das Hauptgebäude des Marienkrankenhauses, das ab 1871 erbaut wurde und möglicherweise auch noch unter Denkmalschutz gestellt werden könnte, bleibt erhalten. Was damit genauer passieren soll, wird mithilfe eines Wettbewerbsverfahrens erarbeitet, das Ende November gestartet ist. Daran beteiligen sich sechs Teams, die aus einem Investor, Architekten und Landschaftsplanern bestehen. Nicht der Meistbietende soll bei diesem Verfahren den Zuschlag erhalten, sondern das Team mit dem stimmigsten Konzept.

„Dieses muss zum Ortsbild, zu Kaiserswerth und zu uns als Nachbarn passen“, sagt Pfarrer Oliver Dregger. Endlos überbieten können sich die Investoren ohnehin nicht, denn die Grundstücke und Gebäude werden nicht verkauft, sondern in Erbpacht überlassen. „Und für die Höhe einer Erbpacht gibt es eine Deckelung“, sagt Ulrich Micke vom Kirchenvorstand. Er bezeichnet die Möglichkeit einer Erbpacht als großes Glück. „Mit den Einnahmen können wir unser Gemeindeleben sichern und lebendig halten und den Umbau des Antoniushauses finanzieren.“

Vorgaben zur Gestaltung und Nutzung des ehemaligen Krankenhaus-Areals wurden den Planungsteams kaum gemacht. Diese sollen eigene Ideen entwickeln können. „Die Gebäudestruktur des Haupthauses legt aber eine Wohnnutzung nahe“, sagt Micke. Die Konzepte werden Ende Februar einem Schiedsgericht vorgestellt, das dann einen Siegerentwurf ermitteln wird. Mitglieder der Jury sind unter anderem Vertreter der Kirchengemeinde, der Stadt, der Politik, des Erzbistums, Architekten und Landschaftsarchitekten und der Dombaumeister aus Köln. „Wir können also auf eine hohe Kompetenz vertrauen“, sagt Dregger.

Ulrich Micke geht davon aus, dass es bis Ende des Jahres dauern kann, bis alle entsprechenden Verträge mit dem Investor geschlossen wurden. „Wir hoffen dann, dass der erste Spatenstich noch 2021 erfolgen kann“, sagt Dregger. Wesentlich schneller soll aber der Umbau des Antoniushauses erfolgen, das vollständig aus dem Wettbewerbsverfahren ausgeklammert wurde. Dabei erhält die Gemeinde endlich eine Versammlungsfläche, die in unmittelbarer Nähe zur Basilika liegt.

Mit dem Umzug geht zudem eine notwendige Flächenreduzierung einher, welche die Kirchengemeinde zur Zukunftssicherung benötigt. Das Erzbistum Köln hat deshalb bereits angekündigt, sich an den Kosten für den Umbau zu beteiligen. „Wichtig für die Kaiserswerther dürfte sein, dass vorerst die Parkplätze auf dem Areal weiter genutzt werden können“, sagt Micke. Der spätere Bau einer Tiefgarage, wie immer wieder von Politikern gefordert, wird allerdings abgelehnt, da die gesamte Altstadt von Kaiserswerth als Bodendenkmal eingestuft wurde.