Itter: So jung und schon in der Bütt

Itter: So jung und schon in der Bütt

Der Papa macht Diät und die Kinder nehmen ab. Wenn Johanna und Gabriel im Karneval auftreten, gibt es lustige Einblicke ins Familienleben der beiden Nachbarskinder. Ihre Auftritte begeistern bei Sitzungen.

Sie sind schon richtige Profis. Für Johanna Discher (10) und Gabriel Hermsen (10) sind Büttenreden ein Klacks. Der Auftritt vor großem Publikum ein echter Ansporn: "Ich habe gar kein Lampenfieber", sagt Gabriel lässig und freut sich auf die nächste Sitzung. Mit seinen zehn Jahren stand er bereits einige Male in der Bütt. Angefangen hat er vor vier Jahren. Damals mit dem aktuell amtierenden Kinderprinz Luis Laumen bei der Kindersitzung der Närrischen Frauen Himmelgeist. "Die wird ja von den Kindern selbst mitgeplant", sagt Gabriel und entschied sich damals für die Präsentation einer Büttenrede gemeinsam mit Luis.

Schon ein Jahr später sollte es weiter gehen. Mit Nachbarin Johana Discher fand er eine Gleichgesinnte. "Ich kann das schnell auswendig lernen", sagt sie. Mittlerweile sind die beiden seit drei Jahren ein eingespieltes Bühnenteam. Ihre lustigen Geschichten über Papa und den Familienalltag kommen bei den Auftritten sehr gut an. In diesem Jahr geht es um den Vater, der den Haushalt mit links schafft, weil die Mama bei der Rheinischen Post eine Reise gewann.

Das ein oder andere Malheur passiert dann aber doch: Die Küchenmaschine kocht über, die weiße Wäsche ist rosa verfärbt und die Tochter wird im Schwimmbad einfach vergessen. Für die ersten Auftritte setzten die Mütter der beiden Nachwuchsbüttenredner noch auf Angebote aus dem Internet "Wir kauften eine Büttenrede und wandelten diese aber ab", sagt Conny Schwarz-Hermsen. Gemeinsam mit Johannas Mutter Judith Eichner ist sie jetzt im Einsatz für den lustigen Text.

Gabriel wünscht sich, dass die beiden etwas früher mit dem Projekt anfangen. "Ich brauche schon etwas Zeit, um das auswendig zu lernen", sagt er. Doch in der Vorweihnachtszeit bleibt im normalen Familienalltag dann nicht so viel Vorlauf für das Formulieren einer witzige Büttenrede. "Diesmal haben wir das in den Ferien nach Silvester gemacht", sagt Judith Eichner.

Für die jungen Büttenredner gibt es natürlich ein Mitspracherecht. Die Väter der beiden, die mit vielen amüsanten Geschichten in den Reden vertreten sind, können ebenfalls etwas beisteuern. "Sie schmunzeln und fühlen sich manchmal angesprochen", sagen die jungen Büttenredner. Besonders gut kam ihre Büttenrede zum Thema "Papa macht Diät" in der vergangenen Session an.

Erste Test durchlaufen die neuen Büttenreden des Duos vor Publikum aus der Nachbarschaft. Dabei proben Johanna und Gabriel ihren Text und die Pointen. Sie wissen genau, an welchen Stellen ein Tusch einsetzt und wann die Sitzungsgäste aus dem Häuschen sind.

Diesmal traten die jungen Büttenredner schon im Pfarrsaal von St. Maria Rosenkranz in Wersten auf, bei der Kindersitzung und bei der Damensitzung der Närrischen Frauen Himmelgeist. Die Damensitzung im Pfarrsaal Flehe mussten sie krankheitsbedingt absagen.

Für Johanna und Gabriel sind das das aber noch nicht genug Termine. Beide möchten gerne öfter im Karneval auftreten. Viele Zuschauer fragen nach der Vorstellung, ob sie im nächsten Jahr wiederkommen.

"Wir planen beim nächsten Casting von Pänz en de Bütt mitzumachen", sagt Gabriel. Bis es soweit ist, müssen sie noch eine Zugabe einstudieren. Die wurde nach dem letzten Auftritt vom Publikum gefordert. Da hatten die beiden allerdings noch keine parat. Beim nächsten Programm sind sie auf alles vorbereitet.

(sime)