Im Stadtbezirk 6 von Düsseldorf werden viele neue Wohnungen 2020 gebaut.

Stadtentwicklung 2020 in Düsseldorf : Viele neue Bewohner für den Stadtbezirk 6

In den vier Stadtteilen im Norden entstehen neue Häuser, außerdem werden bestehende Siedlungen erweitert und modernisiert.

In Rath, Unterrath, Lichtenbroich und Mörsenbroich werden 2020 viele Projekte umgesetzt oder beendet, für die zum Teil jahrelang gekämpft wurde. Dazu gehören die Sanierung des Friedrich-Rückert-Gymnasiums und der Bau einer neuen Jugendfreizeiteinrichtung in Lichtenbroich. „Viele Dinge laufen schon richtig gut, bei anderen müssen wir weiter dranbleiben“, sagt Bezirksbürgermeister Ralf Thomas (SPD).

Wohnungsbau Der Stadtbezirk 6 ist der zurzeit am stärksten wachsende in Düsseldorf. Für die vielen neuen Bewohner werden vor allen Dingen im Stadtteil Rath zahlreiche neue Wohnungen entstehen oder deren Bau in die Wege geleitet. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass Rath bis 2023 um rund 3000 Menschen anwachsen wird, dann 23.000 Bewohner hat. An der Selbecker Straße entstehen beispielsweise auf einem 24.000 Quadratmeter großen Areal die Arcadia Höfe mit 23 Häusern mit insgesamt 212 verschiedenen Wohneinheiten – von 44 bis 120 Quadratmetern. Darunter werden gemäß dem Handlungskonzept Wohnen je 20 Prozent geförderte und preisgedämpfte Wohnungen sein. „Mich freut es sehr, dass es an der Westfalenstraße nun bald weitergeht, dort der hintere Teil des ehemaligen Industriegeländes bebaut wird“, sagt Thomas. Dort sind weitere 492 Mietwohnungen geplant.

Schulen und Kindergärten Das Rückert-Gymnasium ist im Herbst für zwei Jahre in eine Containeranlage umgezogen. Seitdem wird das alte Gebäude saniert und um einen Neubau erweitert. Insgesamt werden die Baukosten rund um den Betonbau aus dem Jahr 1973 mit 54,8 Millionen Euro veranschlagt. „Das wurde Zeit, die Arbeiten waren lange beschlossen“, sagt Thomas. Er freut sich, dass in Unterrath zudem eine neue Realschule und in Rath eine Förderschule entstehen sollen. „Wünschenswert wäre, dass die Digitalisierung in allen Schulen des Bezirks gut vorwärts geht.“ Eine Verbesserung gab es bei der Betreuung von Kindern im Stadtbezirk 6. In Lichtenbroich, wo durch den Zuzug vieler Flüchtlingsfamilien ein Engpass entstanden war, wurde bereits die Kita Drachenflieger am Flughafen eröffnet. Eine weitere Kita wird am Sermer Weg gebaut. Auch in Rath wird eine neue Kita an der Bochumer Straße und an der Selbecker Straße realisiert.

Verkehr „Ich hoffe, dass wir mit dem neuen Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement besser zusammenarbeiten können, als das bisher der Fall war“, sagt der Bezirksbürgermeister. So konnte die Bezirksvertretung 6 bislang die Umsetzung einiger Wünsche nicht erreichen. Dazu gehören zum Beispiel die Einführung von Tempo 30 auf dem Thewissenweg und Tempo 40 auf der Straße Am Röttchen. Das Gremium macht sich auch für einen Zebrastreifen auf der Eckenerstraße stark und möchte, dass die Markierungen auf der Münsterstraße überarbeitet werden. „Die sind bislang chaotisch und unübersichtlich und wir warten schon seit vier Jahren auf eine Verbesserung.“ Erfreut ist Thomas, dass die Baustelle für die Fernwärmeleitung an der Kalkumer Straße endlich zurückgebaut wird. „Die hat für viel Ärger und viele Beschwerden gesorgt und war ein Problem, auf das wir jedoch keinen Einfluss hatten.“

So soll die neue Jugendfreizeiteinrichtung in Lichtenbroich aussehen, In dem Gebäude wird auch eine Kita untergebracht. Animation: IPM. Foto: IPM
Endlich sind die Bauarbeiten am Friedrich-Rückert-Gymnasium gestartet. 54 Millionen Euro werden dort investiert. Foto: Julia Brabeck
Mörsenbroich droht der Wegzug des Jungen Schauspielhauses an der Münsterstraße. Foto: Marc Ingel
So soll die neue Jugendfreizeiteinrichtung in Lichtenbroich später einmal aussehen. Foto: IPM

Freizeit „Besonders für Jugendliche konnten bereits viele interessante Angebote umgesetzt werden. Dazu gehört der Dirtpark in der Opitzstraße, der Sportpark an der S-Bahn-Haltestelle in Rath und die Pumptrack-Anlage an der St.-Franziskus-Straße“, sagt Bezirksbürgermeister Thomas. Im Juli soll endlich, zehn Jahre nachdem der Neubau beschlossen wurde, in Lichtenbroich der Bau einer neuen Jugendfreizeiteinrichtung starten. Dieser wird rund acht Millionen Euro inklusive Ausstattung und Inventar und inklusive einer neuen Kindertagesstätte kosten. Die Arbeiten sollen dann möglichst im Dezember des folgenden Jahres enden.
Kultur Der mögliche Wegzug des Jungen Schauspielhauses von Mörsenbroich in die Innenstadt beschäftigt die Bezirkspolitiker weiterhin. Sie befürchten, dass keine gleichwertige Nachnutzung gefunden wird. „Wir würden uns wünschen, dass das Haus einfach hier bleibt. Jetzt müssen wir erst einmal abwarten, wie sich die Pläne weiter entwickeln.“