In Düsseldorf Rath entstehen 1400 neue Wohnungen

Wohnungsbau : In Rath entstehen 1400 neue Wohnungen

Prognosen gehen von 3000 neuen Bewohnern aus. Politiker befürchten, dass die Infrastruktur dann überlastet ist.

Düsseldorf ist eine wachsende Stadt. Das schlägt sich in den Stadtteilen nieder, wobei die Stärke der Zuwächse stark variiert. So hat im Stadtbezirk 6 besonders Mörsenbroich durch das große Neubaugebiet „Gartenstadt Reitzenstein“ an Bürgern gewonnen, zwischen 2015 und 2017 rund 1700 neue Bewohner erhalten. Noch stärker wird der Stadtteil Rath in den nächsten Jahren Neubürger bekommen, denn in Rath herrscht zurzeit ein regelrechter Bauboom, sieben große Wohnbauprojekte stehen an.

Teilweise wurden die Pläne dafür schon genehmigt, wie für das Projekt in der Straße In den Diken. Teilweise wurden die Bauarbeiten bereits in den letzten Wochen gestartet, wie für die Siedlung an der Selbecker Straße und für die Arbeiten in der Mannesmannsiedlung und teilweise sind diese schon kurz vor der Vollendung wie der erste Teil für das Wohnquartier „Nördliche Westfalenstraße“. Dort werden in den nächsten Tagen die ersten Mieter einziehen. Rund 1500 neue Wohnungen, darunter auch Wohneinheiten für Studenten und Senioren, werden insgesamt in den nächsten Jahren in Mehrfamilienhäusern geschaffen, so dass die Stadtverwaltung davon ausgeht, dass Rath bis 2023 um rund 3000 Menschen anwachsen wird, dann 23.000 Bewohner hat.

„Wir freuen uns über neue Mitbürger, die auch zu einer durchmischten Bewohnerstruktur beitragen können. Allerdings muss für diese auch die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, damit der Stadtteil die Zuwächse verkraftet“, sagt Ratsherr Marcus Münter (CDU). Das seine Sorge nicht unbegründet ist, zeigen die Entwicklungen in den benachbarten Stadtteilen. In Mörsenbroich kam es zunächst durch das Neubaugebiet zu Engpässen bei der Versorgung von Kindern, obwohl auf dem Neubaugelände auch eine Kita entstand. Keiner hatte damit gerechnet, dass überdurchschnittlich viele Familien mit Kindern unter sechs Jahren dorthin ziehen würden. Zwischen 2012 und 2017 verdoppelte sich ihre Zahl auf 1465 Kinder. Unter anderem musste deshalb die Grundschule Max-Halbe-Straße erweitert werden.

Der Stadtteil Lichtenbroich, der in den letzten Jahren vor allen Dingen durch den Zuzug von Flüchtlingen anwuchs, stieß ebenfalls schnell an seine Grenzen. Die Kindertagesstätten und die einzige Grundschule waren rasch überfüllt, da überdurchschnittliche viele Kinder und Jugendliche unter den neuen Bewohnern waren. Mehrere Anträge der Bezirksvertretung 6 die Grundschule schnell zu erweitern, um der Raumnot zu begegnen, wurden von der Verwaltung abgelehnt. „Das kann aber dort nicht so bleiben“, sagt Bezirksbürgermeister Ralf Thomas (SPD), der weitere Schritte ankündigt. So wollen die Politiker eine Containerlösung erreichen, bis weitere Räume angebaut werden können oder die Schülerzahlen zurück gehen.

In Rath sind bei den Bauprojekten an der Selbecker Straße und Westfalenstraße neue Kindertagesstätten mit eingeplant. Die Kindertagesstätte an der Bochumer Straße wird hingegen von einer zurzeit ausgelagerten Kita bezogen, schafft also keine zusätzlichen Plätze. Ob aber die Schulen, und darunter besonders die Grundschulen, ausreichen werden, ist noch offen. Im Schulentwicklungsplan ist bislang nur eine Erweiterung des Friedrich-Rückert-Gymnasiums vorgesehen. Zudem soll in Rath eine Realschule gebaut werden.

„Ein großes Problem in Rath ist jetzt schon die Abwicklung des Verkehrs. Die Straßen und der Knotenpunkt Hülsmeyerplatz sind zu den Hauptverkehrszeiten völlig überlastet und werden die zusätzlichen Verkehr nicht bewältigen können. Da muss etwas passieren!“, sagt Münter.

Die Bezirksvertretung 6 macht sich deshalb seit vielen Jahren für eine Umgehungsstraße stark und hat immer wieder die Optimierung der Verkehrsströme beispielsweise durch neue Ampelschaltungen oder eine veränderte Führung von Fahrstreifen angeregt. „Für die Verkehrswende müssten die Radwege in und um Rath verbessert werden. Gerade die Wege an den Hauptverkehrsachsen Westfalen- und Münsterstraße sind in einem äußerst unbefriedigenden Zustand“, sagt Thomas. Es gibt also noch viel zu tun, bis Rath wirklich in der Zukunft angekommen ist

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