Benrath : Neubau für Benrather Hauptschule

Seit neun Jahren werden Schüler in Containern unterrichtet, weil das Gebäude an der Melanchtonstraße baufällig ist. Für eine Übergangszeit müssten die Schüler erneut in Behelfsunterkünfte.

Die räumliche Lage ist nach wie vor extrem angespannt. Der Klassentrakt der Städtischen Gemeinschaftshauptschule Benrath ist seit 2009 wegen Baufälligkeit gesperrt, und auch der Verwaltungstrakt wurde 2013 aufgrund baulicher Mängel für ein weiteres Betreten geschlossen. Derzeit werden die 340 Schüler der Hauptschule an der Melanchtonstraße von rund Lehrern in Containern unterrichtet.

Seit Jahren ist die Hauptschule an Melanchtonstraße baufällig. Der Unterricht findet in Containern statt. Foto: Staschik/Endermann

Die ersten Container wurden vor neun Jahren auf dem Schulgelände aufgestellt, ein Großteil des Unterrichts findet seither auf beengter Fläche statt. "Ein Unterricht unter erschwerten Bedingungen", sagt Schulleiter Hans-Jürgen Gürke. Nicht etwa eine unzureichende Isolierung der Container sei das Problem, so der Schulleiter, es fehle schlicht an Fachräumen und eine sinnvolle Raumnutzung sei aufgrund von nur begrenzt vorhandenen Ausweichräumen so gut wie nicht möglich. Insbesondere dringend benötigte Differenzierungsräume fehlten, eine Nutzung für neue Inklusionsklassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 sei nur bedingt möglich. "Eine sehr unglückliche Situation", so der Schulleiter.

Noch vor gut einem Jahr sah die Planung der Stadt vor, die Hauptschule vollständig zu schließen und eine Gesamtschule zu errichten. Die existiert inzwischen in Garath. Die Proteste verhinderten ein endgültiges Aus der Schule: "Ich freue mich, dass die Schulgemeinde mit ihrem Protest Erfolg hatte. Jetzt muss der seit Jahren zugesagte und überfällige Anbau her", sagt Sylvia Pantel (CDU). Der hingegen könnte bald stattfinden.

Nach Gesprächen mit Florian Dirszus, stellvertretender Leiter des Schulverwaltungsamtes, der im Rahmen des Projekts "Gesamtstädtische Koordination von schulischen Hochbaumaßnahmen" den Masterplan Schulbau neu strukturiert, erhielt die Bundestagsabgeordnete in einem Gespräch nach eigener Aussage ein positives Signal. "Zum neuen Jahr wurde mir ein Abriss der alten Gebäude sowie ein Neubau der Schule in Aussicht gestellt", erklärt die 55-Jährige, die sich als Mutter von fünf Kindern bereits als Ratsfrau ehrenamtlich für den Erhalt der Schule im Düsseldorfer Süden einsetzte.

Dafür notwendig wäre erneut ein Interimsquartier, das ebenfalls aus Container bestehen würde. Bislang geplant ist, in den Sommerferien 2017 mit dem Aufbau einer Containeranlage auf dem Sportplatz, einem alten Tartanplatz, der hinter dem Jugendzentrum Spektakulum Richtung Kappeler Straße liegt, zu beginnen. Die Verwaltung bezeichnet diesen Platz als abgängig. Die bisherige Funktion ist, als Sammelplatz für das Schulzentrum an der Hospitalstraße, das Heimat für das Schloß-Gymnasium sowie die benachbarte Realschule ist, zu fungieren, wenn es in den Schulen zu einem Brand kommen sollte.

Und auch, wenn der Sportplatz aktuell von Schülern des Benrather Schloß-Gymnasiums in den Pausen, aber auch am Nachmittag in der Ganztagsbetreuung genutzt wird - als vorübergehendes Ausweichquartier der Hauptschule wäre der Platz geeignet. Vorausgesetzt, die Stadt findet eine Lösung für das Problem des dann wegfallenden Sammelplatzes im Brandfall.

Für Hauptschulleiter Hans-Jürgen Gürke ist indes eines wichtig: "Unsere Schule ist mit dem Stadtteil eng vernetzt und sollte unbedingt in Benrath bleiben." Gemeinsam mit Raimund Millard, Schulleiter des Schloß-Gymnasiums, brachte er das Areal der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz an der Benrodestraße ins Gespräch. Auf diesem Gelände sind bis Ende April Flüchtlinge untergebracht.

(RP)