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Benrath: Ein schöneres Entrée für Sana-Kliniken

Benrath : Ein schöneres Entrée für Sana-Kliniken

Das Unternehmen investiert in den nächsten ein bis zwei Jahren 6,3 Millionen Euro am Benrather Standort. Für 1,2 Millionen Euro gibt es unter anderem einen großzügigen und hellen Vorbau vor den jetzigen Haupteingang.

Manchmal fügt es sich halt. Wie in dem Fall von Bernd Chevalier. Wobei diese Fügung für den Architekten mit vielen Schmerzen einherging. Beim Tennisspielen in Oberkassel brach sich der 76-Jährige das Bein. Die Besetzung des Krankenwagens wies er an, ihn nach Benrath in die Sana-Klinik zu fahren. Zu der und dessen Ärzten hat der Urdenbacher seit vielen Jahren eine besondere Beziehung.

Betriebsleiter Michael Weckmann vor dem Hubschrauberlandeplatz auf der Grünfläche am Krankenhaus. Seit vergangener Woche darf er angeflogen werden. 100.000 Euro hat der Umbau der Fläche gekostet. Foto: Anne Orthen

So liegt er etwa seit 2013 dem damaligen Ärztlichen Direktor Wolfgang Schoppe in den Ohren, dass das Krankenhaus dringend etwas an seinem Entrée machen müsse. Wer derzeit den Haupteingang betritt, schaut genau auf die Aufzüge, die Halle sieht zudem wenig einladend aus. "Der erste Eindruck ist doch entscheidend", sagt Chevalier. Das weiß man auch beim Klinik-Betreiber Sana. Denn nicht nur alle Besucher, sondern auch zwischen 60 bis 70 Prozent aller Patienten nehmen den Vordereingang des Krankenhauses. Und der erste Eindruck eines Raumes spiegelt sich sofort in der Stimmung desjenigen wider, der diesen betritt.

Noch bevor sich Chevalier den Fuß brach, war er Anfang 2017 mit seinem Entwurf für die Neugestaltung des Eingangsbereichs in Kontakt mit Sana. Dort war man dann auch endlich angetan von der Vision des Architekten. Nämlich nicht einfach die heutige Eingangshalle mit ein bisschen Farbe zu versehen, sondern einen Bau vor das Gebäude zu setzen. Dadurch entsteht ein helles Entrée, das unter anderem einen 100 Quadratmeter großen Multifunktionsbereich bietet. Er dient als Wartezone, lässt sich aber auch als Veranstaltungssaal, etwa für Vorträge oder Konzerte nutzen.

Daran schließt sich dann in den Räumen der heutigen Eingangshalle das neue Aufnahmezentrum an, in dem es unter anderem Räume für die ärztliche Erstbegutachtung gibt. 1,2 Millionen Euro kostet die Umsetzung. 750.000 Euro steuert der Freundeskreis des Benrather Krankenhauses zu. Für weitere drei Millionen wird aktuell die Privatstation umgebaut. Weitere zwei Millionen kostet eine bauliche Zusammenlegung von Intensiv- und Überwachungsstation. Hier beteiligt sich der Freundeskreis mit 300.000 Euro.

Durch den Fußbruch von Bernd Chevalier, der stationär behandelt wurde, konnten enge Abstimmungen vor Ort erfolgen. Was Besseres kann sich ein Bauherr kaum wünschen. Weckmann und Chevalier verstehen sich gut, das hilft beim Vorantreiben des schon so langen geplanten Projektes. Doch nun heißt es Warten auf die Stadt. Die habe jetzt signalisiert, dass es mit der Baugenehmigung wegen personeller Engpässe noch ein paar Monate dauern werde, berichtet Weckmann. Das bedeutet, dass mit vorbereitenden Maßnahmen noch nicht begonnen wird. "Wir hatten gehofft, dass wir Mitte Juni hätten beginnen können." Nun soll als ein sichtbares Zeichen, dass es bald losgeht, die vor dem Haupteingang stehenden Mikado-Stele in Absprache mit der Künstlerin versetzt werden.

Seit vergangener Woche ist der neue Hubschrauberlandeplatz freigegeben. Starts und Landungen hat es noch nicht gegeben. "Zunächst einmal wird in Notfällen die Uniklinik angeflogen", sagt Weckmann. Doch da Sana in Benrath notfallmedizinisch inzwischen sehr gut aufgestellt ist, unter anderem gibt es einen Links-Herzkathederplatz, geht er davon aus, dass er auch genutzt wird. "Wir sind jetzt eines von wenigen Krankenhäusern in Düsseldorf mit einem richtigen Hubschrauberlandeplatz."

All das sind Investitionen, um sich fit für die Zukunft zu machen. Eine Zukunft, in der es Teile der Politik gerne sähen, dass die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen aus Kostengründen Betten reduzierten. Weckmann ist vom Standort in Benrath überzeugt. Nicht von ungefähr werden weitere Investitionen geplant. Wie ein Praxen-Haus für niedergelassene Ärzte mit angeschlossener Apotheke auf dem jetzigen Parkplatz. Mitarbeiter und Besucher sollen dann in eine Tiefgarage ausweichen. "Da reden wir von Projekten ab 2020", sagt Weckmann. Derzeit, so der Betriebsleiter, gebe es dazu erste Gespräche mit beratenden Architekten, damit ein solches Projekt einem späteren Neubau des Krankenhauses nicht im Weg steht. "Die Gebäude sind aus den 1960er Jahren." Gebaut wurde das Krankenhaus von der Stadt Düsseldorf auf die Schnelle - als vorübergehender Kapazitätspuffer für die Uniklinik.

(rö)