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Premierenfeiern: Die große gesellschaftliche Bühne

Premierenfeiern : Die große gesellschaftliche Bühne

Der Intendant des Schauspielhauses, Günther Beelitz, weiß um die Bedeutung des heutigen Abends. "Wenn die Premiere gut besetzt ist, gibt das dem Stück einen Schub", sagt er. Und damit meint er nicht nur die Besetzung der Rollen auf der Bühne, sondern auch die der Sitzplätze im Zuschauerraum.

Der Intendant des Schauspielhauses, Günther Beelitz, weiß um die Bedeutung des heutigen Abends. "Wenn die Premiere gut besetzt ist, gibt das dem Stück einen Schub", sagt er. Und damit meint er nicht nur die Besetzung der Rollen auf der Bühne, sondern auch die der Sitzplätze im Zuschauerraum.

Der erfahrene Theatermann, der mit der Bühnenfassung des Erfolgsromans "Königsallee" in seine letzte Spielzeit startet, hat sich vorgenommen, die Premieren "exklusiver" zu machen, wie er sagt. Schließlich sind sie nicht nur dazu da, ein hoffentlich gelungenes Bühnengeschehen zu verfolgen, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt der Stadtgesellschaft.

Wer auf dieser gesellschaftlichen Bühne dabei sein will, muss in diesen Tagen harte Entscheidungen treffen - zum Start der Spielzeit häufen sich die Termine. Große und kleine Häuser feiern den Auftakt, dazu kommt der Empfang des Düsseldorf Festivals, zu dem man auch etliche Kreative, Mächtige, Reiche und sonst irgendwie Wichtige erwartet. Mitte September folgt die erste Premiere in der Oper, für viele der exklusivste Kulturtreff.

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Den Auftakt unter den großen Bühnenhäusern bestritt gestern die Tonhalle mit ihrem Intendanten Michael Becker. Beim ersten Symphoniekonzert standen Schubert, Mozart und Mendelssohn Bartholdy auf dem Programm, anschließend wurde auf der Terrasse angestoßen. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe und Vorgänger Heinrich Grosse-Brockhoff überprüften im Publikum, ob der städtische Zuschuss anständig verwendet wurde, auch viele Mitglieder des Kulturausschusses hörten zu. Unter den Zuschauern waren auch Simone Bagel-Trah, Aufsichtsratsvorsitzende von Henkel, und Masahito Hiratake, General Manager von Mitsubishi International. Die kanadische Konsulin Marthe Lemay war ebenfalls gekommen, genau wie der neue Nachbar Alain Bieber (NRW-Forum) - bei dem sich die Kulturprominenz in drei Wochen zur Eröffnung seiner ersten Ausstellung versammelt.

Heute aber werden sich erstmal viele am Gründgens-Platz wiedersehen. Namen verrät das Theater nicht, der Intendant sagt nur, dass das Stück mit Düsseldorf-Bezug gut angenommen worden sei. Etliche Einladungen würden immer verschickt. "Diesmal haben viele zugegriffen." Zwei Personalien sind bekannt: "Königsallee"-Autor Hans Pleschinski wird nach der Aufführung sein Buch signieren - und sicher oft gefragt werden, wie zufrieden er mit der Inszenierung war. Nicht dabei ist hingegen Oberbürgermeister Thomas Geisel. Er wird bei der Kaiserswerther Sommernacht erwartet. Sonst sei der OB - immerhin an der Spitze des Schauspielhaus-Aufsichtsrats - aber oft im Theater, betont man in seinem Büro. Denn auch das gehört zur großen kulturellen Bühne: Es wird genau geschaut, wer nicht kommt. Manche im Schauspielhaus tragen Amtsvorgänger Dirk Elbers immer noch nach, dass der sich so gut wie nie blicken ließ.

(RP)