Brand in Lierenfeld: Posener Hallen: Polizei sucht Brandstifter

Brand in Lierenfeld : Posener Hallen: Polizei sucht Brandstifter

Eine 14-köpfige Ermittlungskommission fahndet nach den Tätern, die in der Nacht zu Dienstag in dem Lierenfelder Gebäude Feuer legten. Der Verdacht: Die Hallen, in denen verschiedene Unternehmen sitzen, sollten explodieren.

Der Tatort ist groß, schwarz und völlig verwüstet. Trotzdem ist es den Brand-Experten des Kriminalkommissariats 11 und einem Sachverständigen innerhalb kürzester Zeit gelungen, die Ursache des Großbrandes zu finden.

Vor dem Gebäude an der Posener Straße lagen am Tag nach dem Brand noch nasse Textilien und Möbel. Um an den Brandherd zu gelangen, flexte die Feuerwehr unter anderem Fenstergitter auf. Foto: Thomas Busskamp

"Das Feuer in der Gewerbe- und Lagerhalle ist vorsätzlich gelegt worden", bestätigte Polizeisprecher Wolfgang Wierich am Mittwoch den Verdacht, der schon in der Nacht aufgekommen war. Und mehr noch: "An der Gasheizung wurde manipuliert. Wir ermitteln deshalb nicht nur wegen Brandstiftung, sondern auch wegen der versuchten Herbeiführung einer Gasexplosion."

Alte Fälle wieder aufrollen

Das Gebäude war menschenleer, als gegen 2.40 Uhr Anwohner den Brand bemerkten. Sieben Meter hoch schlugen die Flammen aus den Fenstern eines Verwaltungstrakts, als kurz danach die Feuerwehr eintraf. Für die ist der Einsatzort längst vertraut.

Erst im Sommer war sie dort im Großeinsatz gewesen: Am 13. Juni brannte ein Dachdeckerbetrieb. Auch da war ein Brandstifter am Werk gewesen, der bis heute nicht gefunden ist. Jetzt wird die "EK Posener Hallen" die Ermittlungsergebnisse in ihre neue Untersuchung einbeziehen. Und nicht bloß die. Auch die bis heute ungeklärte Brandstiftung, der im Oktober 2005 ein Teil der Hallen zum Opfer gefallen waren, wird neu aufgerollt. "Möglich, dass nach dem aktuellen Fall auch dieses Feuer neu zu bewerten ist", so Wierich.

Vor fünf Jahren waren auch die Stände einiger Trödler zerstört worden, die dort jeden Samstag vor allem gebrauchte Mode und Möbel anboten. Ihr Neuanfang nach dem Brand dauerte bis 2008, dann beendete der Eigentümer die Trödel-Märkte, die immer wieder für Ärger mit den Nachbarn gesorgt hatten.

Mode — allerdings neue — ist auch das Hauptgeschäft eines anderen Hallenmieters, der an der Lierenfelder Adresse mehrere schicke Labels vertreibt. Als es beim Dachdecker nebenan im Juni brannte, hatten Löschwasser und Ruß große Teile der Lagerbestände ruiniert. Erst seit kurzem war das Handelsunternehmen wieder in normalem Betrieb — jetzt ist dort erneut ein hoher Sachschaden eingetreten, von einigen hunderttausend Euro ist die Rede. Und wieder war es offenbar nicht die Modefirma selbst, der der Anschlag gegolten hat.

Der Dachdeckerbetrieb ist inzwischen umgezogen. Ein Verdacht, den es nach dem Feuer dort gegeben hatte, hat sich nicht erhärten lassen. Nach dem neuerlichen Anschlag scheint unwahrscheinlich, dass die Brandstiftung im Juni nur ihn allein treffen sollte.

Warum es jemand auf die Hallen oder die dort angesiedelten Firmen abgesehen haben könnte, ist unbekannt. Andere Dinge weiß die Kripo, sagt aber nichts dazu — etwa darüber, wie das Feuer gelegt und wie die Gasheizung manipuliert wurde. Wolfgang Wierich: "Das sind Informationen, die wir irgendwann vom Täter hören wollen."

Hinweise an die Kripo: Telefon 8700

(RP)
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