Rheinbahn: Kritik am Abschalten des grünen Alarmknopfes

Rheinbahn : Kritik am Abschalten des grünen Alarmknopfes

FDP und Grüne kritisieren die Entscheidung der Rheinbahn, einen Teil ihres Sicherheitskonzepts in Bussen und Bahnen abzuschaffen. Auch wenn der Notknopf, mit dem Fahrgäste in Gefahrsituationen Kameras aktiv schalten können, nicht genutzt worden sei, erhöhe eine solche Vorrichtung das subjektive Sicherheitsgefühl, sagt Norbert Czerwinski.

Der Verkehrsexperte vertritt die Grünen im Rheinbahn-Aufsichtsrat. Manfred Neuenhaus (FDP) beklagt, die Videoüberwachung auf Wunsch sei die beste aller Lösungen für Sicherheit in Bussen und Bahnen gewesen.

Das Verkehrsunternehmen hatte angekündigt, dass der grüne Notknopf am Ende der Fahrzeuge nach nur rund einem Jahr wieder entfernt wird. Nicht ein einziger Fahrgast habe in dieser Zeit die Taste gedrückt. Offenbar seien eskalierende oder kriminelle Vorkommnisse in den Fahrzeugen selten. Dies werde auch durch die Polizeistatistik bestätigt. Außerdem habe sich bei Tests herausgestellt, dass die Qualität der Bilder nicht überzeugend gewesen sei.

Aufsichtsrat fühlt sich übergangen

Czerwinski dagegen vermutet: "Vielleicht hat es die Rheinbahn versäumt, ihre Fahrgäste auf den Notknopf hinzuweisen." Der Grünen-Verkehrsexperte hält dem Rheinbahn-Vorstand vor, er habe es versäumt, eine Kundenbefragung in Auftrag zu geben. Neuenhaus geht noch weiter: "Ein fairer Vorstand hätte ein Thema von solcher Wichtigkeit erst mit seinem Aufsichtsrat besprochen."

Das Verkehrsunternehmen betont, dass es sich nicht von der Videoüberwachung verabschiede. Die Ausrüstung des Fuhrparks mit Kameras, die rund um die Uhr Bilder aufzeichnen, bleibe bestehen. In mehr als 100 Bussen und Bahnen gibt es dieses System bereits, nach und nach sollen alle Fahrzeuge damit ausgerüstet werden. Dafür sind rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Kosten für die Installation und die Technik der grünen Notknöpfe hätten sich dagegen mit rund 40 000 Euro im Rahmen gehalten.

(RP)
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