Düsseldorf: Pendler trotzen dem Winterwetter

Düsseldorf : Pendler trotzen dem Winterwetter

Die unberechenbaren Niederschläge haben in Düsseldorf für einigen Ärger gesorgt: Autofahrer benötigten am Morgen ein Vielfaches der üblichen Zeit, die Awista musste straßenweise prüfen, ob sie streuen oder räumen muss.

Die Awista hat für heute ab 3 Uhr eine Rufbereitschaft eingerichtet, dann müssen die ersten 34 Mitarbeiter mit ihrem Einsatz auf den Straßen rechnen. "Diesmal ist die Wettervorhersage deutlicher. Es soll wieder schneien", sagte Unternehmenssprecher Ralf Böhme. So leicht hatte es das Wetter der Awista gestern nicht gemacht. Das Schneeband war in Düsseldorf so schmal, dass nicht vorhersehbar war, ob, wo und wie viel Schnee in der Landeshauptstadt fällt und beseitigt werden muss. Diese meteorologische

Ute Brambrink, Vodafone: "Wir können in Absprache mit den jeweiligen Vorgesetzten dank flexibler Arbeitszeit morgens auch mal später anfangen, um dem Stau zu entgehen, oder gleich von zu Hause aus arbeiten.". Foto: Endermann, Andreas (end)

Ungewissheit sorgte auch bei den Pendlern für Probleme: Sie standen in langen Staus und mussten länger auf Bus und Bahn warten. Für heute suchen deshalb viele Düsseldorfer neue Möglichkeiten, problemarm zur Arbeit zu kommen (siehe nebenstehende Fotos).

Gestern Morgen um fünf war Düsseldorf eine dreigeteilte Stadt - und das auf kürzeste Entfernung: Unterbilk lag in trockener Dunkelheit, vor dem Hauptbahnhof hatten erste Flocken schon einen dünnen Puderzuckerteppich gebildet, und am Kö-Bogen herrschte bereits Schneetreiben. Die Awista war deshalb erst eine Dreiviertelstunde nach Beginn des Schneefalls unterwegs. Böhme: "Um 5.45 Uhr waren wir mit 56 Fahrzeugen draußen." 24 streuten die Hauptverkehrsstraßen und Schienenstrecken, 22 kümmerten sich um Fußgängerüberwege, zehn um die Fahrradwege. Das vordringliche Ziel, vor dem Berufsverkehr mit dem Streuen durch zu sein, schaffte das Unternehmen nicht. "Wir waren erst gegen 11 Uhr fertig", sagt Böhme.

Anne Lütkes, Regierungspräsidentin: „Ich saß von Köln aus zweieinhalb Stunden im Auto, habe es dann am Neusser Hafen stehenlassen und bin mit der Linie 709 nach Düsseldorf gefahren. Das hat super funktioniert.“. Foto: Bezirksregierung

Das machte sich vor allem bei den Autofahrern bemerkbar. "Wir hatten in der gesamten Stadt Stau, weil alle sehr, sehr vorsichtig gefahren sind", sagt Polizeisprecherin Susanne Heusgen. Das wiederum hat sich ausgezahlt: "Es gab nicht mehr Unfälle als sonst."

Die Rheinbahn war zweimal betroffen. Am frühen Morgen hatten Busse, die im Umland verkehren, bis zu einer Stunde Verspätung, weil sie schneebedeckte Steigungen nicht fahren konnten. In der Innenstadt wurde eine Reihe von Weichen so voller Schneematsch gespült, dass Rheinbahn-Mitarbeiter ausrücken und sie wieder freilegen mussten. Auf einigen Strecken kam es daher bis 11 Uhr zu Verspätungen von bis zu 20 Minuten. Sorgen, die die Deutsche Bahn nicht teilen musste. Das Unternehmen meldete witterungsbedingte Ausfälle und Verspätungen nur aus dem Kölner und Bonner Raum, in Düsseldorf und Umgebung habe es "keine größere Probleme gegeben", sagte ein Sprecher.

(RP)
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