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Interview: Serie Unser Rhein: Mitten im Medienhafen liegt die Marina

Interview: Serie Unser Rhein : Mitten im Medienhafen liegt die Marina

Seit mehr als 30 Jahren unterhält Familie Gast den Düsseldorfer Yachthafen - und hat alles selbst aufs Wasser gebaut.

Inmitten des Medienhafens, zwischen den imposanten Gehry-Bauten und mit Blick auf das Hyatt Hotel, lebt Familie Gast. Und zwar auf dem Wasser: Insgesamt 600 Tonnen schwer ist ihr dreistöckiges schwimmendes Haus mit seinen großen Glasfassaden. Es ist Wohnort und Arbeitsplatz zugleich für Marita und Paul Joseph Gast und ihrem Sohn Rolf. Im Erdgeschoß führt die Hafenmeisterin und Inhaberin der Marina Düsseldorf das Regiment. Dort befindet sich das Büro zur Anmeldung. Denn keiner, der mit seinem Motor- oder Segelschiff im Düsseldorfer Hafenbecken an der Zollstraße gleich unterhalb der Gehry-Bauten anlegen will, kommt an Marita Gast vorbei. Sie vermietet und verwaltet an 365 Tagen im Jahr die Liegeplätze im Hafenbecken mit der nautischen Adresse Stromkilometer 743,1.

Zum ersten Mal laufen zum Beispiel Lore und Peter Schmiechen aus Bremen mit der 13 Meter langen "Tuscana" im Medienhafen ein. Nach acht Wochen Rundreise durch die Kanäle bis nach Reims in Frankreich sind sie nun auf der Rückreise gen Bremen. Ähnlich wie in einem Hotel mietet das Paar bei Marita Gast eine Übernachtung, bekommt Zugang zum Stromanschluss, bei Bedarf frisches Wasser an Bord und Gelegenheit zum Duschen und Wäschewasche gibt's natürlich auch. Diesel- oder Heizölvorrat können vor Ort beim Bunkerboot "Vasco" aufgestockt werden. "Und natürlich halten wir hier alles topsauber, hier findet keiner Entendreck auf den Stegen", betont die Chefin.

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Im Hafenbecken ist Platz für rund 160 Anleger - vom kleinen Sportboot bis zur 30-Meter-Yacht. Wassersportler aus aller Welt "parken" ihre Schiffe hier. Die sieben Stege sind vier bis zwölf Meter lang. Insgesamt ist auf einer Länge von 1,4 Kilometern Platz für kleine Bötchen und riesige Luxusyachten. "Die meisten Wassersportler", so Marita Gast, "haben bei uns einen Liegeplatz für ein halbes oder ganzes Jahr gemietet". Aus aller Welt stammen die Bootsbesitzer: Amerikaner, Dänen, Kanadier, Briten, Niederländer, Schweden - bunt gemischt sind die Flaggen auf den Schiffsmasten. "Das Geschäft läuft gut", sagt die Hafenmeisterin. So war die Marina erst vor zwei Wochen total ausgebucht. "Da war wirklich kein freier Platz mehr an den Stegen, man konnte über die Schiffe laufen", erzählt die Wassersportlerin.

Vor mehr als 30 Jahren haben die Eigner sich aufgrund des Mangels an Liegeplätzen entschlossen, selbst eine Steganlage zu bauen. Im ehemaligen Hafenbecken an der Weizenmühlenstrasse entstand so der erste private Yachthafen am Rhein. Jahre später zog er auf Wunsch der Stadt in das windgeschützte Hafenbecken im Zollhafen.

Die Lage ist optimal: Der Blick fällt auf Gehry-Bauten und Rheinturm, der Weg in den Medienhafen und Altstadt ist nicht weit. "Wir gehen gleich ins Städtchen", sagt Skipperin Martina Eckstein. Denn bevor die Frau aus Rheinland-Pfalz mit ihrem Boot weiter den Rhein hoch gen heimischen Hafen von Koblenz unterwegs sein wird, will sie mit ihrem Mann noch einen letzten Urlaubsabend auf der Kö und in der Altstadt verbringen.

(RP)