Kommentar zur Hitze in Düsseldorf: Luft kontra Wohnungen

Kommentar zur Hitze in Düsseldorf : Luft kontra Wohnungen

Mehr Hitze, mehr Wärmestau in den urbanen Wohnvierteln: Gegensteuern wollen Experten auch dadurch, dass sie in hoch verdichteten Vierteln von weiterer Bebauung abraten. Oder durch Abriss entstehende Lücken nicht in jedem Fall für Neubauten nutzen wollen.

Den Versiegelungsgrad verringern, nennen das die Fachleute. Und beschreiben damit einen echten Zielkonflikt. Denn eigentlich wird in der dynamisch wachsenden Landeshauptstadt, die ihre Einwohnerprognosen immer wieder nach oben korrigieren muss, jeder Quadratzentimeter für neuen Wohnraum gebraucht. Bei Weitem nicht das einzige Dilemma, das die auch in Düsseldorf wärmer werdenden Sommer auslösen.

Ein weiteres Beispiel sind die Frischluftschneisen, die häufig an Bahnlinien entlang verlaufen. Beim Bau von sechs Meter hohen Schallschutzwänden werde darüber zu reden sein, was das für ein Wohngebiet bedeute, sagte Klimaexperte Stefan Wenzel kürzlich vor Bezirkspolitikern. Am Ende müsse wohl ein Kompromiss zwischen Luft und Lärm erarbeitet werden. Reichlich Themen also für das in Arbeit befindliche Klimaanpassungskonzept. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

joerg.janssen@rheinische-post.de

(RP)