Düsseldorf: Reinigungskraft räumte Wohnung aus

Düsseldorf : Reinigungskraft räumte Wohnung aus

Weil ein Besuch seiner Freundin für den nächsten Tag anstand, wollte ein Koch (22) seine Wohnung an der Stephanienstraße Anfang 2016 für 200 Euro noch schnell grundreinigen lassen. "Ich hatte etwas zu viel Vertrauen", sagte er gestern beim Amtsgericht. Denn einer 24-jährigen Frau, die sich als Putzhilfe anbot, hatte er nicht nur das Geld, sondern auch noch den Wohnungsschlüssel übergeben, war dann weggefahren. Weil die Putzhilfe unterdessen aber seine Wohnung ausplünderte, wurde sie gestern zu 400 Euro Strafe verurteilt.

Dabei leugnete sie bis zum Urteil, dass sie mit ihrem damaligen Freund aus der Wohnung einen Fernseher, weitere Elektrogeräte und sogar eine Wodka-Sammlung (neun Flaschen) des Mieters mitgenommen habe. Sie habe nur geputzt und geräumt - und weil der 21-Jährige ihr erlaubt habe, alles Kleingeld sowie Wodka aus dem Kühlschrank mitzunehmen, habe sie auch das getan. Über Internet hatte sie von der Putz-Offerte für 200 Euro erfahren, sich direkt gemeldet. Als alleinerziehende Mutter, die von Sozialunterstützung lebt, "hatte ich sowieso nix zu tun". In der Wohnung des Kochs aber habe sie alles genau so hergerichtet, wie mit dem Mieter besprochen.

Der Bewohner sagte in seiner Zeugenaussage dagegen: "Als ich am nächsten Tag wiederkam, war die Wohnung nicht geputzt, aber meine Sachen fehlten." Eine "ganze Liste" wertvoller Gegenstände habe die Angeklagte mitgenommen, darunter die Kleingeldbox mit etwa 15 Euro, doch einen Gesamtschaden konnte der Koch nicht beziffern. Der Jugendrichter beschränkte sich daher im Urteil auf das, was die Angeklagte gestanden hatte: Auf zwei Flaschen Wodka und jene Münzgeldbox. Die dafür fällige Strafe von 400 Euro darf die 24-Jährige jetzt mit 20 Euro monatlich abstottern.

(wuk)