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Linksrheinische Stadtteile: Geruchsbelästigung durch Ölmühle lässt nach

Linksrheinische Stadtteile : Geruchsbelästigung durch Ölmühle lässt nach

Bürger im Linksrheinischen atmen auf: Seit wenigen Tagen riecht es erstmals nach Wochen der Dauer-Geruchsbelästigung nicht mehr so stark. Möglicherweise nur vorübergehend. Erst neulich hatten sich die Verantwortlichen bei der Ölmühle Sels in Neuss zuversichtlich gezeigt, dass der Gestank gebannt sei.

Mit Aufnahme der Produktion lagen große Teile des linksrheinischen Düsseldorf erneut unter einer unangenehmen Öl-Glocke. Davon geht nach Angaben von Experten zwar keine Gefahr aus, aber die Anrufe besorgter Bürger haben sich wieder gehäuft. In Spitzenzeiten waren es 300 innerhalb weniger Tage, sagt Karsten Mankowsky, Umweltdezernent beim Rhein-Kreis Neuss. Der Kreis ist für die Überwachung der Anlage im Neusser Hafen zuständig.

Die Ölmühle Sels hat in den vergangenen Jahren mehrere Millionen in die Erweiterung investiert — aber auch darin, die Lärm- und Geruchsemissionen zu mindern. Daher stehen die Experten beim Kreis Neuss auch vor einem Phänomen, dass sie trotz enger Zusammenarbeit mit der verursachenden Firma noch nicht lösen konnten: Die Gerüche entstanden unter anderem, weil die neuen Maschinen in der Presserei noch nicht optimal arbeiteten. Die neue Technik sollte ihre Anlaufprobleme eigentlich überwunden haben — aber dem ist nicht so. "Keiner weiß genau, woran es liegt", sagt Mankowsky. "Aber wir ziehen alle Register, um sicherzustellen, dass es aufhört."

Er und seine Kollegen arbeiten daran, der Ursache auf die Spur zu kommen und gehen nicht nur jeder Beschwerde von Anwohnern aus Düsseldorf nach, sondern haben bei der Bezirksregierung beantragt, dass das Landesumweltamt eingeschaltet werden soll. Gemeinsam mit einem Gutachter und einer von Sels beauftragten Ingenieursfirma solle über das weitere Vorgehen beraten werden.

Umweltdezernent Mankowsky ermuntert die Bürger, Geruchsbelästigungen zu melden. Er warnt aber davor, einseitig einen Verursacher auszumachen. Es gebe andere Betriebe, die Emissionen aussendeten.

(RP)