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Geplatzte Scheibe: GAP 15 wird mit Netz gesichert

Geplatzte Scheibe : GAP 15 wird mit Netz gesichert

Das Hochhaus GAP 15 soll noch am Freitag mit einem Netz umspannt werden. Die Hülle dient als Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass sich erneut Glasteile von dem Hochhaus lösen. In den kommenden Tagen sollen Experten die Ursache für die geplatze Scheibe untersuchen.

Der gläsern überdachte Innenhof des GAP 15 ist noch gesperrt. Denn niemand weiß, warum am Mittwochabend hier eine Scheibe aufschlug, die sich in 56 Metern Höhe aus der Fassade des Hochhauses gelöst hat. Sachverständige und Experten der Herstellerfirma sichten jetzt das Gebäude.

Gleich gestern Morgen hat der Eigentümer des GAP 15 — die Deka Bank — die städtische Bauaufsicht über den Fensterabsturz informiert. "Der Eigentümer lässt prüfen, was genau die Ursache dafür war", sagt Ulrike Lappeßen, Leiterin des Bauaufsichtsamts. Das könne mehrere Wochen dauern. Nach dem letzten Einsatz der Höhenretter im August 2009 habe erst nach zwei Monaten festgestanden, dass das Fenster, das damals abzureißen drohte, nicht richtig geschlossen worden war.

Das zumindest kann am Mittwoch nicht das Problem gewesen sein: Das drei Meter hohe und einen Meter breite Fassadenteil, das sich teilweise aus dem 16. Stockwerk löste, war gar nicht zu öffnen. Die Scheibe war gerissen, ein Teil auf das Glasdach über dem Innenhof gestürzt. Das besteht aus Verbundglas, das zumindest nicht zerbrach. Anders als zwei Fenster im unmittelbar angrenzenden sechsten Stock, die von der abstürzenden Scheibe getroffen und beschädigt wurden. Höhenretter der Feuerwehr hatten in zweistündigem Einsatz die Glasreste aus den Fassadenteilen geschlagen, um weitere Abstürze zu verhindern.

Die Deka Bank beauftragte nach dem Unglück einen Gutachter, der gestern Morgen seine Untersuchung begann, und wartet jetzt erst einmal mal auf seine Ergebnisse. Erst wenn die vorliegen, werde man Konsequenzen einleiten, sagte eine Deka-Sprecherin.

Auch die Bauaufsicht wartet ab. Falls das Gutachten bauliche Mängel als Ursache für den jüngsten Vorfall ergebe, müsse der Eigentümer diese beseitigen. "Erst wenn er das nicht macht, werden wir aktiv", so Lappeßen. "Weil wir aus der Vergangenheit wissen, dass darauf Verlass ist", so die Amtsleiterin, werde dem Eigentümer überlassen, das Gebäude zu sichern, damit niemand zu Schaden kommen kann.

Der Geschäftsführer des mit dem GAP verbundenen Restaurants "Monkey's", Benjamin Achenbach, war gerade beim In-Treff, als er per Telefon über den "Fenstersturz" neben seinem Restaurant informiert wurde. Sein Geschäftspartner Christian Penzhorn und seine Mitarbeiter konnten aber schnell Entwarnung geben. Kein Gast war zu Schaden gekommen.

Rund 85 Personen hatten sich zum Zeitpunkt des Unglücks im "Monkey's South" und im "Monkey's East" befunden. Die 25 Gäste des "Monkey's West" konnten das Lokal, nachdem die Feuerwehr den Innenhof zwischen GAP und Restaurant abgesperrt hatte, durch einen Notausgang gehen.

Achenbach ist froh, dass alles glimpflich abgegangen ist, aber er stellte gestern auch unmissverständlich klar: "Dieser Zustand ist unerträglich. Da muss jetzt sofort etwas passieren. Zum Schutz unserer Mitarbeiter und unserer Gäste." Am Wochenende ist Modemesse. Da sei das Monkey's vor allem für Messegäste eine bekannte Adresse. "Der Hauseigentümer muss jetzt umgehend reagieren."

Für Jurek Slapa, den Architekten des GAP 15, ist der Schaden völlig rätselhaft. "Fest steht nur, dass das Fenster nicht wegen eines Konstruktionsfehlers des Rahmensystems in die Brüche ging", sagte Slapa. Denn die Glasscheibe habe sich gelöst, der Rahmen selbst sei unversehrt. Slapa hält einen Fabrikationsfehler im Glas für möglich. Der könne erfahrungsgemäß auch nach Jahren zu einem Bruch führen.

Dass Erschütterungen durch Arbeiten an der Wehrhahn-Linie die Ursache für den Riss in der Fensterscheibe sein könnten, schließt Ordnungs- und Verkehrsdezernent Stephan Keller "komplett aus". Der Tunnelbohrer sei inzwischen unter der Schadowstraße unterwegs — weit entfernt vom GAP 15. "Und am U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz laufen derzeit Aushubarbeiten, die keine Erschütterungen erzeugen", sagt Keller.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Juli 2011: Fensterscheibe stürzt auf Graf-Adolf-Platz

(RP)