Bilk : Weniger Gewalt, mehr Diebstahl

Wie in ganz Düsseldorf sind auch im Stadtbezirk 3 wieder mehr Taschendiebe unterwegs. Vor allem in den Arcaden häuften sich im vergangenen Jahr die Fälle, berichtete die Polizei in der Bezirksvertretung.

Aus kriminalistischer Sicht ist der Stadtbezirk 3 kein sonderlich gefährliches Pflaster. Das hat jetzt der Leiter der für den Großteil des Bezirks zuständigen Polizeiinspektion Süd, Wolfgang Töpfer, der Bezirksvertretung berichtet — und die Aussage auch mit Zahlen belegt.

Die sind in fast allen Bereich kontinuierlich zurückgegangen. Wurden im gesamten Bezirk 2009 noch fast 15 800 Straftaten registriert, sind es ein Jahr später 15 085 gewesen, und dieser Rückgang ist nicht bloß einmalig, sondern im Trend der zurückliegenden vier Jahre.

Besonders positiv ist die Entwicklung der Straßenkriminalität, die um 7,44 Prozent zurückging. Die Zeiten, in denen, etwa in Oberbilk, jede Woche Schlägereien zu schlichten waren, "sind lange vorbei", sagte Töpfer.

Problematisch, allerdings nicht nur im Stadtbezirk, ist die Situation bei Wohnungseinbruch und Taschendiebstahl. Letzterer ist stadtweit im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen, und auch im Bezirk ist das zu spüren. Vor allem auf der Friedrichstraße und in den Düsseldorf Arcaden sind die Diebe unterwegs, "überall da, wo viele Menschen sind", so Töpfer. Dass auch weniger Diebstähle aus Kraftfahrzeugen gemeldet wurden, konnte er allerdings nur bedingt als positiv berichten. "Wenn das so weitergeht wie in den vergangenen Monaten, wird die Bilanz für 2011 wohl ganz anders ausfallen", befürchtet er.

Einzig an Fahrrädern haben die Diebe im vergangenen Jahr weniger Interesse gehabt: 894 wurden gestohlen, immerhin 269 weniger als im Vorjahr. Die Codierung, die jede Polizeiwache anbietet, könne nur bedingt zur Abschreckung dienen, sagte Töpfer: "Organisierten Banden, die mit Lkw durch die Straßen fahren, um gestohlene Räder ins Ausland zu schaffen, ist der Code egal."

Viele Unfallfluchten

Fahrräder standen auch in Töpfers Verkehrsbericht für den Stadtbezirk im Mittelpunkt. Denn stadtweit will die Polizei im nächsten Jahr eine Kampagne starten, die einerseits auf die Rechte, andererseits auf die Pflichten von Radfahrfern im Straßenverkehr aufmerksam macht. 211 Radfahrer verunglückten voriges Jahr im Stadtbezirk. Eine vergleichbare Schwerpunktaktion gibt es bereits seit weinigen Jahren zum Thema Fußgängersicherheit. Dabei wird nicht nur überwacht, dass Autofahrer sich korrekt verhalten, sondern auch das Verhalten der Fußgänger selbst kontrolliert. Die Kampagne hat erste Erfolge, auch im Bezirk 3, wo die Unfalllzahlen seit zwei Jahren zurückgehen.

Sorgen bereitet der Polizei die steigende Zahl von Unfallfluchten. Allein in Unterbilk fuhren voriges Jahr 267 Autofahrer nach Unfällen davon. Allerdings, sagt Töpfer: "Jeder zweite Fall wird aufgeklärt."

(RP)