Bisher kein Glück mit dem Wetter: Kirmes hofft auf Schlussspurt

Bisher kein Glück mit dem Wetter : Kirmes hofft auf Schlussspurt

Wegen des vielen Regens kamen bislang weniger Besucher als im Vorjahr. Eine erste Bilanz der Schausteller fällt aber unterschiedlich aus: Manche beklagen starke Einbußen, andere sind nicht unzufrieden. Die Bierzelte waren gut gefüllt. Die Polizei verzeichnet verhältnismäßig wenige Straftaten.

Noch bis Sonntag läuft die Rheinkirmes. Eines steht bereits jetzt fest: Die 110. Ausgabe hatte kein Glück mit dem Wetter. Der viele Regen führte dazu, dass deutlich weniger Besucher zur Größten Kirmes am Rhein kamen, als die Veranstalter gehofft hatten. Nach Schätzungen der Polizei und der Kirmesverwaltung feierten bislang zwei Millionen Menschen auf der Festwiese. Auch wenn noch ein Wochenende ansteht, werden die mehr als vier Millionen Besucher des Vorjahres wohl nicht mehr erreicht.

Trotzdem fällt die bisherige Bilanz der Beteiligten ganz unterschiedlich aus. Manche Schausteller beklagen ein schlechtes Jahr, andere sind angesichts des Pechs mit dem Wetter nicht unzufrieden. Die Betreiber der Bierzelte verzeichnen gute Umsätze. Und die Polizei zieht bislang ein positives Fazit: Das neue Sicherheitskonzept funktioniert reibungslos, der positive Trend der Vorjahre zu weniger Straftaten hat sich 2011 fortgesetzt.

Der Chef des Schaustellerverbands, Bernd Schmelter, ist mit der laufenden Kirmes sehr unzufrieden. "Die Umsätze liegen deutlich hinter den Vorjahren", sagt er. Er schätzt den Rückgang auf 20 bis 25 Prozent, ähnlich äußern sich andere Schausteller. Aber es gibt auch positive Stimmen. Oscar Bruch meint, angesichts des miesen Wetters, mit dem man immer rechnen müsse, sei er mit dem Umsatz zufrieden. Und Rudolf Barth, der mit der Olympia-Achterbahn das erste Mal dabei ist, ist richtig angetan von der Rheinkirmes: "Das ist hinter dem Oktoberfest in München die zweitstärkste Veranstaltung in Deutschland."

In den Bierzelten suchten sich viele Besucher einen trockenen Platz — vielleicht auch deshalb stimmten hier nach Angaben der Betreiber die Umsätze. "Wir liegen bei den Zahlen des Vorjahrs", sagt die Sprecherin von Schlösser, Marianne Kock. Auch Bernd Kretzer von Frankenheim spricht von einem sehr guten Jahr. "Das Zelt war fast an allen Tagen voll." In einem Punkt sind sich die Zeltbetreiber einig: Das neue Sicherheitskonzept, das vorher für Aufregung gesorgt hat, stellte kein Problem für Besucher oder Betreiber dar.

Die Verlängerung der Kirmes werten Schausteller und Wirte positiv. Sie hoffen aber, dass sich der frühere Start am Freitag noch stärker herumspricht. "Das war noch nicht so in den Köpfen und wird nächstes Jahr besser", glaubt Bernd Kretzer von Frankenheim.

Die Polizei rechnet erst am Sonntag ab und will noch keine Zahlen nennen. Bislang habe es aber wie in den Vorjahren relativ wenige Einsätze wegen der klassischen Kirmesdelikte wie Körperverletzung und Diebstahl gegeben, heißt es.

Schausteller und Zeltwirte hoffen nun auf klingelnde Kassen am Abschlusswochenende. Vor allem zum Feuerwerk heute Abend werden viele Besucher erwartet.

Mehr zur Kirmes in unserem Special.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So teuer ist der Besuch der Kirmes

(RP)
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