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Düsseldorf: Abgewählter Oberbürgermeister Thomas Geisel verzichtet auf Ratsmandat

Nach Stichwahl-Niederlage : Düsseldorfs abgewählter OB Geisel verzichtet auf Ratsmandat

Der abgewählte Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel wird sein Ratsmandat nicht antreten. Dem SPD-Politiker steht eine „Sofort-Pension“ zu. Es ist aber unklar, ob er sie in Anspruch nimmt – oder sich beruflich verändert.

„Ich möchte nicht in der Rolle des Dauermäklers sein“, sagte Geisel am Montagabend. Diese Gefahr bestehe, wenn er seinen Nachfolger Stephan Keller von der Ratsbank aus begleite. „Ich habe es ernst gemeint, als ich ihm am Wahlabend alles Gute gewünscht habe.“ Geisel war als Spitzenkandidat der SPD in den Rat eingezogen.

Geisel ist noch bis zum 31. Oktober als OB im Amt. Wie es danach beruflich weitergeht, wisse er noch nicht. „Ich habe noch keine konkreten Pläne für meine weitere berufliche Zukunft, aber mir fällt schon noch was ein“, sagte der 56-Jährige unserer Redaktion.

Finanziellen Druck hat er nicht: Geisel steht eine Pension von mehr als 4000 Euro zu. Er hatte sich kurz nach Beginn seiner Amtszeit Jahre aus seiner Studienzeit und seiner Tätigkeit für die Treuhandanstalt beziehungsweise die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben für Pensionsansprüche anerkennen lassen. Der Stadtrat hatte dem zugestimmt.

Dies war bekannt geworden, weil sich sein Vorgänger Dirk Elbers (CDU) erst zum Ende seiner Amtszeit entsprechende Berufsjahre anerkennen ließ. Hintergrund: Eigentlich steht die „Sofort-Pension“ einem Wahlbeamten erst nach acht Jahren Dienstzeit zu, es lässt sich aber Berufserfahrung anerkennen, die für die Ausübung des Amtes als förderlich gilt. Geisel war sechs Jahre im Amt.

Allerdings ist es offenbar unwahrscheinlich, dass Geisel sofort in Rente geht. Vertraute halten es für möglich, dass der Rechtsanwalt und frühere Energiemanager eine andere berufliche Tätigkeit anstrebt. Er selbst sagt, er werde vielleicht einige Wochen ausspannen, gehe aber davon aus, dass er sich eine neue Betätigung suchen werde. „Ich habe aber nichts in petto.“

Die SPD steht nach der historischen Wahlniederlage vor schwierigen Zeiten. Geisel war als neuer Fraktionschef gehandelt worden. Auch die Spitze des Unterbezirks muss neu besetzt werden.