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Streiks: ÖPNV in Düsseldorf lahmgelegt, viele Pendler fahren Taxi

Warnstreiks von Verdi : Streik legt Bahnen und Busse der Rheinbahn komplett lahm

Die Gewerkschaft Verdi hatte am Dienstag zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Busse und Bahnen fuhren nicht. Viele Berufspendler blieben offenbar vorsichtshalber im Homeoffice.

An normalen Werktagen befördert die Rheinbahn 745.000 Fahrgäste in Düsseldorf und Umgebung. Am Dienstag waren es null Passagiere. Die Fahrzeuge blieben in den Depots, die Gewerkschaft Verdi hatte zu einem 24-stündigen Streik aufgerufen.

Die Auswirkungen des Streiks waren höchst unterschiedlich. Während am frühen Morgen der Verkehr in Düsseldorf noch weitgehend störungsfrei floss, kam es später laut Straßen NRW etwa an der A46-Ausfahrt im Bereich Wersten zu einer Verzögerung von bis zu 60 Minuten. Ein Autofahrer, der am Morgen innerstädtisch unterwegs war, sagte hingegen: „Es war höchstens ein Viertel des sonst üblichen Verkehrs, ich bin gut wie selten durchgekommen.“

Eine Pendlerin am Hauptbahnhof nahm es gelassen. Sie war wie jeden Morgen mit ihrem Zug aus Rheydt gekommen: „Normalerweise würde ich jetzt mit der U-Bahn bis zur Heinrich-Heine-Allee weiterfahren.“ Am Dienstag musste sie laufen. „Nicht so wild, nur bei dem Wetter natürlich nicht ganz so optimal.“ Viele Berufstätige schienen von der Möglichkeit, auf die Deutsche Bahn umzusteigen, nicht Gebrauch gemacht zu haben. Der Andrang am Hauptbahnhof hielt sich in Grenzen. „Es ist nicht mehr los als an anderen Tagen auch“, sagte ein Bahnmitarbeiter. Er mutmaßte, dass alle, die es könnten, den Tag im Homeoffice verbringen würden.

Nutznießer des Streiks waren vor allem Taxiunternehmer und Fahrdienste. „Bis 9.30 Uhr hatten wir bereits so viele Fahrten wie sonst an einem Tag“, berichtete Dennis Klusmeier, Vorstandsvorsitzender von Taxi Düsseldorf. Auch die Anzahl der Vorbestellungen sei außerordentlich hoch gewesen. Während üblicherweise nicht mehr als zwölf Vorbestellungen pro Tag eingingen, seien es am Dienstag mehr als 100 gewesen. Bei Clevershuttle wurden ebenfalls mehr Fahrten als sonst verzeichnet. Es habe elf mal mehr Anfragen als am Dienstag in der Vorwoche gegeben, sagte Sprecher Fabio Adlassnigg. Häufigster Start- und Zielpunkt sei der Hauptbahnhof gewesen.

Verdi verlangt bundesweit einheitliche Regelungen beim Ausgleich von Überstunden und den Zulagen für Schichtdienste.