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Düsseldorf: Ausbau U81: Tunnellösung wird geprüft

Düsseldorf : Ausbau U81: Tunnellösung wird geprüft

Die Verlängerung der Strecke Richtung Flughafen ist bei Anwohnern hoch umstritten. Sie fordern eine unterirdische Lösung. Gestern stellte der Ordnungs- und Verkehrsausschuss die Varianten vor. Alle Parteien wollen den Ausbau.

Bis 2019 könnte der Ausbau der U 81 fertig sein, wenn es gelingt, sämtliche Planungen und genehmigungsrechtlichen Vorgaben zeitnah umzusetzen. Vor allem steht man unter Druck, weil demnächst Fristen ablaufen, in denen man noch erfolgreich erhebliche Zuschüsse vom Bund und vom Land beantragen könnte. Ob es aber gelingt, enge Zeitpläne einzuhalten, ist fraglich - denn gegen das Projekt derzeitiger Planung hat sich im Bereich Lohausen/Stockum erheblicher Widerstand formiert.

Was fürchten die Anwohner?

Es geht um zusätzlichen Lärm durch eine höhere Frequenz der Bahn-Fahrten. Zudem sind die Nachbarn der Ansicht, das geplante Brückenbauwerk quer über die Danziger Straße Richtung Nordstern verschandele die Optik ihrer Siedlung.

Sind diese Ängste begründet?

Der Lärm soll angeblich nicht höher sein als heute, haben Messungen ergeben. Aber die Hochstraße in einigen Metern Höhe dürfte kaum als Bereicherung des Straßenbildes wahrgenommen werden.

Wie sieht die von der Stadt favorisierte Planung aus?

Es handelt sich um einen Plan, der die neue Trasse in Teilen ebenerdig verlaufen lässt, sie dann über die oben genannte Brücke über die Danziger Straße und den Nordstern Richtung Flughafen und dort in einen Tunnel führt, in dem die Fahrgäste Anschluss haben an den Flughafen. Warum wird die Bahn überhaupt gebaut?

Es geht vor allem um eine bessere Anbindung des Flughafens und der Messe an den Hauptbahnhof. Mit der U 81 ist eine direkte Fahrt möglich, bisher geht das nur mit Umsteigen.

Gibt es weitere Alternativ-Vorschläge?

Ja, mehrere. Die Grünen beispielsweise sind gegen den Tunnel und schlagen eine abgeänderte Streckenführung vor, die hinter dem Nordstern (nördlich) Richtung Flughafen einschwenken würde. Eine andere Idee: Die Bahn fährt am Stadion vorbei und dort in einem Schwenk Richtung Messe und Flughafen.

Was spricht gegen die Lösungen?

Neben verschiedenen technischen Problemen bringen sie vor allem erhebliche Störungen anderer Verkehrsströme mit sich. Beispielsweise müsste man Straßen queren und den dort laufenden Verkehr entweder mit Schranken oder Ampeln einschränken. Das ist nicht akzeptabel.

Wie stehen die Parteien zu dem Projekt?

Im Grunde sind sie alle dafür, nur in unterschiedlichen Varianten. Die SPD machte gestern im Verkehrsausschuss zusätzlich den Vorschlag, auf jeden Fall eine Haltestelle Airport-City einzurichten. Dafür wird es eine Mehrheit geben.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Experten der zuständigen Behörden sollen jetzt, zusätzlich zur bevorzugten Lösung (ebenerdig, Brücke, Tunnel) eine komplette Tunnellösung (wie von den Anwohnern gefordert) zu prüfen.

Hat sie eine Chance?

Das kommt auf die Finanzierung an: Fachleute haben schon berechnet, dass die teurere Tunnellösung vermutlich zur Folge hätte, dass die Kosten-Nutzen-Analyse schlechter ausfiele. Dies jedoch hätte Folgen für die Zuschüsse: Der Bund und das Land zahlen keine Beihilfen zu einem Projekt, das die exakt vorgeschriebene Kosten-Nutzen-Analyse nicht positiv besteht. Die Stadt Düsseldorf müsste das Ganze also selbst bezahlen.

Ob sie das will und kann, ist fraglich.

(RP)