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Radevormwald: Jährlich 600.000 Euro für Radverkehr

Politik in Radevormwald : Radwegekonzept kommt – anders als geplant

Die Vorschläge der UWG-Fraktion haben sich im Ausschuss nicht durchgesetzt. Die Mehrheit der Politik setzt auf ein Förderprogramm für den Radverkehr, das vom Bundesverkehrsministerium für die Kommunen aufgelegt werden.

Es lief nicht richtig rund für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) in den jüngsten politischen Sitzungen. Die Einwände der Fraktion gegen die Vorstudie zur Wuppertalbahn wurde ebenso abgelehnt wie der Vorschlag, ein abgespecktes Radwegekonzept zu verabschieden. Kein Wunder, dass UWG-Sprecher Armin Barg sich in einer aktuellen Pressemitteilung enttäuscht zeigt.

„Seit Jahren ist bekannt, dass die West-Südostverbindung auf dem landesweiten Radwegenetz zwischen Wuppertal und Hückeswagen eine enorme Lücke aufweist“, schreibt Barg. Im Rahmen eines großen Konzeptes, das von dem Planer Dieter Blase im Jahr 2019 der Politik vorgestellt worden war, gab es auch Vorschläge für die Entwicklung des Radtourismus im Tal der Wupper, dies ihm Rahmen der Regionale 2025. „Kosten: zirka vier Millionen Euro, Eigenanteil der Stadt Radevormwald zirka 800.000 Euro“, kommentiert Barg lakonisch. Mittlerweile sei nicht nur die UWG der Meinung, dass das Projekt zu teuer komme, deshalb habe seine Fraktion ein kostengünstigeres Konzept vorgelegt.

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Mit Unverständnis reagiert der UWG-Sprecher darauf, dass sich die Mehrheit im jüngsten Verkehrsausschuss gegen die Vorschläge gewandt habe. Sogar eine Fraktion, „die sich das Radfahren auf die Kanzlerinnenkandidatenfahne geschrieben“ habe, sei dagegen gewesen.

Die UWG hatte unter anderem vorgeschlagen, jenen Radweg, der aus Wuppertal entlang der L 414 zur Einfahrt Grunewald/Neuland führt und von dort bis zur Höhe der Kläranlage befahrbar ist, auf einer Länge von 150 Metern zu verbreitern. Dann wäre die Strecke bis zum Bahnhof Dahlhausen ausgebaut. Von der Ladestraße im Bahnhof wäre dann ein Stück der Hardtstraße auf der Bürgersteigseite zu verbreitern, so könnten Fußgänger und Radfahrer den Weg weiter benutzen. In Richtung Wilhelmstal wären dann nur etwa 250 Meter zu verbreitern und zu befestigen. Über Krebsöge hätten dann Radfahrer zwei Varianten, um nach Rade zu kommen: Eine über den Parkplatz oberhalb der Talsperre, die andere über Niedernfeld in Richtung Herbeck, hier fehle noch eine Verbindung von unterhalb der B 229-Brücke zur Haltestelle Niedernfeld.

Die SPD hatte jedoch in der Sitzung auf die neuen Pläne des Bundesverkehrsministeriums verwiesen: „Es wird ein Förderprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen jährlich für die Kommunen Mittel bereitstehen, die im Fall von Radevormwald eine Summe von 600.000 Euro betragen würden“, erläutert Dietmar Stark, der SPD-Fraktionsvorsitzende, im Gespräch mit unserer Zeitung. Dieses Konzept sei zudem viel umfassender und ziele auch darauf ab, mehr Menschen dazu zu bewegen, vom Auto aufs Rad umzusteigen, wo möglich. Wenn mit diesen Mitteln dann auch der Radtourismus weiter entwickelt werden könnte, sei das noch zielführender, meint der Sozialdemokrat. Dem schloss sich dann auch die Mehrheit im Ausschuss an. Die UWG hatte mit ihren Vorschlägen das Nachsehen und übt Kritik: „Jetzt wird jahrelang ein ganzheitliches Konzept für viel Geld extern entwickelt. Dabei wird man zu dem Schluss kommen, dass das Radevormwalder Netz eigentlich sehr gut ist. Lediglich die West-Südost-Lücke müsste dringend geschlossen werden. Mindestens die ersten beiden 600.000 Euro sind dabei längst weg, statt sie zu verwenden, um die erkennbar größte Priorität in Angriff zu nehmen.“