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Februar 2004: Arena holt Grönemeyer, Karneval im Stimmungstief

Februar 2004 : Arena holt Grönemeyer, Karneval im Stimmungstief

Düsseldorf (dto). Der Februar ist traditionell der Höhepunkt des Düsseldorfer Karnevals und in dieser Session kommt es zum Aufstand der "jungen Wilden". Die Multifunktionsarena bekommt einen neuen Geschäftsführer und das erste Konzerthighlight für die Arena wird bekannt, Herbert Grönemeyer. Vor dem Landgericht wird der Krahestraßen-Prozess neu aufgerollt und die mutmaßliche Flughafen-Bombendroherin bricht ihr Schweigen. Der Monat endet mit einem Geschwindigkeitsrekord im Rheinufertunnel.

Der Februar hat aber erst mal stürmisch begonnen, denn das Sturmtief 'Queenie' zog mit Spitzengeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern über Düsseldorf hinweg. Polizei und Feuerwehr mussten zu über 123 Einsätzen fahren, um umgestürzte Bäume, Bauzäune und -gerüste sowie Verkehrsschilder beiseite zu räumen. Auch zahlreiche am Straßenrand abgestellte Autos wurden durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen.

Ebenfalls Anfang des Monats wundert sich die Stadt, wie ein 13-jähriges Mädchen im achten Monat schwanger sein kann, ohne etwas davon zu merken. Das Kind brachte das Baby Anfang des Monats auf der häuslichen Toilette zur Welt: eine gesunder Junge, obwohl der Säugling kopfüber in die Kloschüssel gefallen war.

Grönemeyer kommt

Große Freude kommt in der Stadt auf, als Anfang Februar bekannt wird, dass Herbert Grönemeyer im Januar 2005 ein Konzert in der neuen Arena geben wird. Der Run auf die Karten ist so groß, dass das Konzert bereits wenige Wochen später ausverkauft ist und ein Zusatzkonzert angekündigt wird, für das die Tickets ebenso schnell vergriffen sind. Über diesen Erfolg freut sich auch der neue Geschäftsführer der Arena, Frank Muench. Der Arena Manager ist aber schnell so umstritten, dass er im September mit Philipshallen-Chef Manfred Kirschenstein einen Event-Experten zur Seite gestellt bekommt.

Anfang Februar starb Düsseldorfs ehemaliger Polizeipräsident Hans Lisken im Alter von 72 Jahren. Lisken nahm an einer Experten-Anhörung im sächsischen Landtag teil, wo er nach seinem Herzanfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde und kurz darauf starb. Lisken war von 1981 bis 1996 Chef der Düsseldorfer Polizei und galt als "humanistischer Pragmatiker".

Auch Lisken hätte trotz aller Pragmatik sicherlich nicht den dritten Mord des Jahres verhindern können. Ein 51-jähriger Russlanddeutscher wurde Mitte Februar erschlagen in seiner Wohnung gefunden. Der Mannn wurde bei einem Saufgelage von seinem Schwiegersohn erschlagen. Der 29-Jährige legte ein Geständnis ab. Ein Komplize, der zunächst auf freien Fuß gesetzt worden war, wurde zwei Wochen später verhaftet. Im November begann der Prozess.

Karnevals-Aufstand der "jungen Wilden"

Im Düsseldorfer Karneval rumort es. Nach dem Ausfall von CC-Präsident Günther Pagalies wegen einer Herzoperation, wurde fieberhaft nach einem Moderatoren-Ersatz für die beiden Fernsehsitzungen gesucht. Die Sendungen moderierte dann CC-Vize Michael Laumen und brachte die Karnevalisten ins Stimmungstief. Das Urteil fiel einmütig aus: TV-Karneval einfach zum Abschalten. Die "jungen Wilden" des Düsseldorfer Karnevals um Rot-Weiss-Präsident Peter König, der nach dem Tod von Pagalies im Herbst zum neuen CC-Präsuidenten gekürt wird, kritisierten die Arbeit des CC. Trotzdem gingen die 'Tollen Tage' Ende Februar reibungslos über die Bühne. Der Rosenmontagszug nimmt vor allem die Reformpolitik der Bundesregierung aufs Korn.

Die verheerende Gasexplosion in der Düsseldorfer Krahestraße vom Juli 1997 beschäftigt seit Februar erneut die Justiz, da der Bundesgerichtshof (BGH) in dem ersten Verfahren Fehler bemängelt hatte. Daher muss der Prozess neu aufgerollt werden. Bei der Explosion waren sechs Menschen getötet und zwei schwer verletzt worden. Doch schon im Frühjahr kam der Prozess gegen Ex-Hausbesitzer Heinz Nieder für Wochen ins Stocken, weil der aus Sicht seiner Anwälte wegen Krankheit verhandlungsunfähig ist.

Im Prozess um die Bombendrohung gegen den Düsseldorfer Flughafen brach die angeklagte Studentin nach Wochen ihr Schweigen. Die 28-Jährige räumte vor dem Landgericht ein, dass alle Drohanrufe von ihr stammten. Allerdings will sie dabei selbst unter Druck gesetzt worden sein. Ein Bekannter habe sie mit einem Messer bedroht.

Über ein Jahr lang hatten die Flughäfen Düsseldorf und Köln Gespräche über eine Zusammenarbeit auf einzelnen Geschäftsfeldern geführt. Ende Februar war die Luft bei den beiden Airports allerdings raus, die mögliche Kooperation wurde abgeblasen. Grund: Es lohne sich nicht.

Ende Februar hat dann noch ein Autofahrer mit 146 Stundenkilometern den Geschwindigkeits-Rekord im Rheinufertunnel gebrochen.