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Hackenbroich/Hackhausen: Ort guter Nachbarschaft

Hackenbroich/Hackhausen : Ort guter Nachbarschaft

Thomas, Andrea und Nico Dziggel sind fest verwurzelt in Hackenbroich. Die Familie nimmt am Vereinsleben des Ortes teil und möchte die gute Nachbarschaft nicht missen. Ein Bolzplatz würde das Leben vor Ort perfekt machen.

Vor Jahren hätten sich die Dziggels einmal fast dazu entschlossen, nach Roggendorf zu ziehen. Heute ist sich die dreiköpfige Hackenbroicher Familie sicher, dass das eine große Fehlentscheidungen gewesen wäre. "Wir wollen hier nicht mehr weg", sagt Andrea Dziggel.

Die Kirche St. Katharina ist ein neoromanischer Bau von 1865/66. Foto: H.JAZyk

Die 40-Jährige und ihr Mann Thomas haben vor elf Jahren ein Eigenheim an der Claudiusstraße gekauft, als Sohn Nico geboren wurde, und wollen das gute nachbarschaftliche Umfeld nicht mehr missen. Dass der Ort bei vielen Dormagenern immer noch einen schlechten Ruf hat, kann die Familie nicht nachvollziehen. "Wir haben hier noch nie schlechte Erfahrungen gemacht", so Mutter Andrea. Im Gegenteil: In der Straße kennt und hilft man sich. "Dadurch dass wir schon immer in Hackenbroich gewohnt haben, sind wir hier fest verwurzelt."

Thomas Dziggel ist in Hackenbroich aufgewachsen, seine Frau zog als Kind her. Ob Schützenbruderschaft oder Sportverein — als Alteingesessene mischen die Dziggels überall mit. Wenn Vater und Sohn in Sachen Fußball unterwegs sind, steht auch Mutter Andrea hinter ihren beiden Männern. Und beim Schützenfest ist sie ohnehin "von Anfang bis Ende begeistert dabei". Alle drei mögen den dörflichen Charakter Hackenbroichs, den der Stadtteil trotz seiner relativen Größe bewahrt hat: Alles lässt sich fußläufig erreichen, was zum täglichen Bedarf nötig ist, gibt es in unmittelbarer Nähe. "Wenn ich mit dem Auto zum Training oder zum Joggen in den Wald fahren müsste, dann hätte ich schon keine Lust mehr darauf", sagt Thomas Dziggel. Der 39-jährige steht als Trainer der D-Jugendmannschaft dreimal in der Woche auf dem Fußballplatz des Tus Germania Hackenbroich und weiß die kurzen Wege besonders zu schätzen. Früher hat er selbst aktiv Fußball gespielt, bis sich das Training terminlich nicht mehr mit seinen Arbeitszeiten vereinbaren ließ. Als Feuerwehrmann hat er in Chorweiler Schichtdienst.

Auch Sohn Nico kickt seit Jahren beim Tus und findet es toll, all seine Freunde in der Nähe zu haben. "Ich kann einfach zu Fuß hingehen oder mit dem Fahrrad fahren", erzählt der Sechstklässler. Er ist ein wirklich waschechter Hackenbroicher: 2000 kam er im Kreiskrankenhaus zur Welt, ist in Hackenbroich aufgewachsen und geht auf das Leibniz-Gymnasium.

"Wir haben hier alles, was wir brauchen", fasst Mutter Andrea Dziggel zusammen. An Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten mangelt es in Hackenbroich ebenso wenig, wie an Kindergärten und Schulen. Neben dem Gymnasium gibt es im Schulzentrum an der Dr. Geldmacher Straße eine Realschule. Die Hackenbroicher Grundschüler besuchen die Burgschule und es gibt eine zusätzliche Förderschule. Die Kleinsten werden in vier Kindergärten betreut. Das einzige, was die fußballbegeisterte Familie vermisst, ist ein Bolzplatz. "Vom Fußballplatz am Sportzentrum werden die Jugendlichen immer weggejagt", so Thomas Dziggel. Meist wird der Platz für das Vereinstraining gebraucht. Andere Möglichkeiten zum Freizeitkicken gibt es jedoch kaum.

(NGZ)