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Dormagen: NGK-Lehrer "Käpt'n Kurt" hat viel närrische Musik im Blut

Dormagen : NGK-Lehrer "Käpt'n Kurt" hat viel närrische Musik im Blut

Kurt Schacknies tritt seit fünf Jahren mit dem Karnevals-Chor "Die Piwipper" auf. Seine jecke Karriere begann er bei den katholischen Frauen in Monheim.

Vom Chorleiter bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) zum "Käpt'n" im Karneval: "Als echter Monheimer kommt man um Letzteres einfach nicht drum herum", sagt Kurt Schacknies, seit 2012 Kopf der närrischen Musikgruppe "Die Piwipper". "Ich bin heute den ganzen Tag schon so richtig gut gelaunt", erklärt der 57-Jährige. So sehr freue er sich auf den bevorstehenden Auftritt bei der Sitzung der jecken Kfd-Frauen im Festsaal Bormacher in der Altstadt

Kein Lampenfieber? "Doch natürlich, ein bisschen. Das gehört doch dazu", sagt der Musiker, der im normalen Leben am Norbert-Gymnasium in Knechtsteden die Fächer Deutsch und natürlich Musik unterrichtet. Beim Kfd-Karneval präsentiert Schacknies mit seinen sechs Piwippern Gabi Schorn-Jensen, Ulrike Pfeiffer, Anne Blasber, Maria Woltering, Sonja Bargende und Guido Brüggen im prall gefüllten Saal der Festhalle zum ersten Mal selbstbewusst die Eigenkomposition "Urlaub im Paradies". Und zwar vierstimmig.

Das Paradies meint natürlich die Heimatstadt Monheim. Der Name der Gesangstruppe stammt übrigens von der alten Rheinfähre Piwipp, die im September 2012 wiederbelebt wurde und Dormagen-Rheinfeld mit Monheim verbindet.

Schacknies ist eine rheinische Frohnatur mit musikalischer Ader, die ihn schon auf Kindesbeinen umtrieb und ein Instrument lernen ließ. Seit fast 35 Jahren ist er Leiter des Chores "Te deum" in der katholischen Pfarrgemeinde St. Gereon und Dionysius Monheim. Er schreibt selbst Chorsätze, begleitet die Sänger auf der Gitarre oder auf dem Klavier und singt Bass. "Das ist schon ganz schön viel Arbeit, macht mir aber riesigen Spaß", sagt Kurt Schacknies.

Chormitglied Ulrike Pfeiffer ist heilfroh, dass der musikalisch begabte und engagierte Tausendsassa endlich mal ins rechte Licht gerückt wird. "Er macht eine ganz tolle Arbeit", schwärmt sie.

Das Karnevalsfieber packte Schacknies, als er seinen ersten Chorauftritt vor sechs Jahren vor der katholischen Frauengemeinschaft hatte. Und zwar damals noch mit karnevalistisch umgetexteten Kirchenliedern. "Irgendwann waren wir es leid, immer fremde Songs zu nehmen. Wir wollten unsere eigenen Lieder mit Monheimer Themen, eigenen Melodien und eigener Klangfarbe mehrstimmig beisteuern. Lieder zum Zuhören, zum Mitschunkeln und zum Mitsingen", erzählt er. In der Festhalle Bormacher werden Kurt Schacknies und seine Truppe auf jeden Fall enthusiastisch von den jecken Wievern begrüßt. Das überdeckt die Aufregung des Chores ein bisschen. Als die Piwipper dann ihre Hommage an die alte Freiheit mit klarer Mehrstimmigkeit anstimmen, ist Schacknies in seinem Element. "Man muss schon sehr textsicher auf der Bühne sein, wenn dazwischen gelacht und geklatscht wird und man nahtlos den Einstieg wieder finden soll", erklärt er.

Doch die gesungene Lobeshymne an die Alte Freiheit ist ihm ein Herzensanliegen. Was er macht, macht er offenbar mit Leidenschaft: "Ich liebe es, Lehrer zu sein. Und ich habe auch keine Probleme mit einem drohenden Burnout", sagt er selbstbewusst. "Mein Herz brennt außerdem für das Theater und die schöne Literatur."

Mit diesem Käpt'n werden die Piwipper es sicher noch mit manchem Sturm im rheinischen Karneval aufnehmen können.

(NGZ)