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Dormagen: "Böötche" legt erst 2012 ab

Dormagen : "Böötche" legt erst 2012 ab

Gehofft hat der Verein "Piwipper Böötche" schon, dass die Fähre noch in diesem Jahr in Piwipp ab- und in Monheim anlegt. Trotz großer Unterstützung auf allen Ebenen sorgen Bürokratie und Genehmigungen für Verzögerungen.

34 Jahre ist sie nun nicht mehr gefahren, die Personen-Fähre zwischen Piwipp und Monheim. Da kommt es auf ein paar Monate auch nicht mehr an, möchte man meinen. Doch Heiner Müller-Krumbhaar, dem Monheimer Vorsitzenden des Vereins "Piwipper Böötche", und seinem Stellvertreter Guido Schenk ist anzumerken, dass sie lieber heute als morgen Kurs auf Monheim nehmen würden. "So schnell wie möglich", sagt Müller-Krumbhaar, während er den schon am Piwipper Ufer liegenden, mächtigen Anleger inspiziert.

Der hat schon seinen zweiten Anstrich bekommen und wartet bereits seit vergangenem Herbst auf seinen Einsatz — auf Monheimer Seite wird die künftige Fähre, die über eine Bugklappe verfügt, die vorhandene Rampe nutzen.

Bis es soweit ist, wird es freilich länger dauern, als es sich die leidenschaftlichen Fährmänner in der Anfangseuphorie haben träumen lassen. "Die Euphorie ist immer noch da. Aber es hätte keiner gedacht, wie viele Klippen zu umschiffen sind", sagt Guido Schenk. Dass die Träume vom baldigen Ablegen geplatzt sind, liegt vor allem an den bürokratischen Hürden, insbesondere in Sicherheitsfragen. "Wann genau wir starten können, wissen wir noch nicht. Das hängt überwiegend an den Behörden", sagt Heiner Müller-Krumbhaar. Dieses Jahr jedenfalls nicht mehr.

Und davon sitzen viele mit im Boot: zwei Städte, zwei Kreise, die Bezirksregierung, der Bund für die Binnenschifffahrt. Trotz großer Unterstützung auch auf Amtsseite: Baugenehmigungen brauchen Zeit. Momentan ist zudem der Transporteur der Fähre erkrankt: Die liegt noch in Brohl und soll per Frachtschiff nach Mondorf in die Werft geschleppt werden, wo sie für den neuen Einsatz fit gemacht wird. Zwölf Fahrgäste werden aufs Schiff dürfen, plus Fahrräder. "Das Schiff würde bis zu 40 Personen aufnehmen, aber dann braucht man zwei Maschinen", erklärt Krumbhaar — eine Kostenfrage. Den künftigen Kapitän jedenfalls hat der Verein schon. Auch finanziell sieht es gut aus: In nur einem Jahr kamen über 100 000 Euro zusammen, die Hälfte der veranschlagten Investition.

Um das Übrige zu stemmen, könnte der Verein noch mehr Mitglieder vertragen. Vor allem Dormagener. Derzeit sind die Monheimer treibende Kraft. Immerhin: Die Nachbarstädte sind sich schon deutlich nähergekommen, stellt Guido Schenk fest. "Es hat selten so viele Kontakte zwischen Dormagenern und Monheimern gegeben wie seit der Gründung des Vereins. Das ist ein großer Erfolg." Ohne einmal gefahren zu sein, hat die Fähre eine neue Verbindung geschaffen.

Info Dienstag, 31. Mai, 19.30 Uhr, spricht Heiner Müller-Krumbhaar in der "Ahl Schull", Piwipper Straße 8

(NGZ)